Baufinanzierung 2026: Der komplette Ablauf in 10 Schritten

Vom Budget über Eigenkapital, Förderung und Angebotsvergleich bis zu Notar, Auszahlung und Anschlussfinanzierung: Der komplette Ablauf einer Baufinanzierung 2026 in 10 Schritten – mit Rechenbeispiel.

Zuletzt aktualisiert am 11. Oktober 2026 · Redaktion dein-hauskredit.de

Eine Baufinanzierung läuft 2026 in zehn Schritten ab: Budget klären, Eigenkapital und Kaufnebenkosten einplanen, Förderung prüfen, Unterlagen sammeln, Darlehen gestalten, Angebote vergleichen, Bankprüfung, Unterschrift von Darlehens- und Kaufvertrag, Auszahlung – und danach die Anschlussfinanzierung im Blick behalten. Von der ersten Rechnung bis zur Schlüsselübergabe vergehen meist zwei bis vier Monate, beim Neubau deutlich länger. Entscheidend ist die Reihenfolge: Erst steht die Finanzierung, dann wird der Kaufvertrag beurkundet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Kreditrate sollte höchstens 35 bis 40 % des Haushaltsnettoeinkommens betragen; die Verbraucherzentrale nennt 40 % als Obergrenze.
  • Mindestens die Kaufnebenkosten – je nach Bundesland 5,5 bis 12 % des Kaufpreises – solltest du aus Eigenkapital zahlen; gute Konditionen gibt es meist ab 20 bis 30 % Eigenkapital inklusive Nebenkosten.
  • Top-Bauzinsen für 10 Jahre Zinsbindung lagen Anfang Oktober 2026 bei rund 4,2 % effektiv (Quelle: Dr. Klein, Stand 03.10.2026) – das ist keine Zinszusage, dein Zins hängt von Bonität und Eigenkapital ab.
  • Förderanträge (KfW, NBank, BAFA) müssen fast immer vor Kaufvertrag oder Baubeginn gestellt werden.
  • Ein Immobilienkauf ist nur mit notariellem Vertrag wirksam (§ 311b BGB); gezahlt wird erst nach der Fälligkeitsmitteilung des Notars.
  • 10 Jahre nach vollständiger Auszahlung kannst du jedes Baudarlehen mit 6 Monaten Frist ohne Vorfälligkeitsentschädigung kündigen (§ 489 BGB).

Stand: Oktober 2026 · Redaktion dein-hauskredit.de

Wie läuft eine Baufinanzierung 2026 ab?

Eine Baufinanzierung läuft in zehn aufeinander aufbauenden Schritten ab, und die Reihenfolge ist wichtiger als jeder einzelne Zinssatz. Wer zuerst ein Objekt reserviert und dann erst rechnet, steht schnell unter Zeitdruck, nimmt das erstbeste Angebot an oder verliert eine Förderung, weil der Antrag zu spät kam. Die folgende Übersicht zeigt alle Schritte mit typischer Dauer. Zu jedem Schritt findest du darunter die Details, Rechenbeispiele und die passenden Rechner.

SchrittWas passiertTypische Dauer
1. Budget klärenHaushaltsrechnung, tragbare Monatsrate, realistischer Kaufpreis1 bis 2 Wochen
2. Eigenkapital und NebenkostenKaufnebenkosten berechnen, Eigenkapitalquellen sammelnparallel zu Schritt 1
3. Förderung prüfenKfW-, Landes- und Zuschussprogramme klären, Anträge vorbereiten1 bis 3 Wochen
4. Unterlagen sammelnEinkommen, Vermögen, Objektunterlagen1 bis 3 Wochen
5. Darlehen gestaltenDarlehensart, Zinsbindung, Tilgung, Sondertilgung festlegenwenige Tage
6. Angebote vergleichenEffektivzins und Vertragsdetails mehrerer Banken nebeneinander1 bis 2 Wochen
7. BankprüfungBonitätsprüfung, Objektbewertung, Darlehenszusage1 bis 4 Wochen
8. UnterschriftenDarlehensvertrag, danach notarieller Kaufvertragmind. 2 Wochen Vorlauf beim Notar
9. AuszahlungFälligkeitsmitteilung, Kaufpreiszahlung bzw. Raten nach Baufortschritt4 bis 8 Wochen nach Beurkundung
10. Nach dem KaufSondertilgungen nutzen, Anschlussfinanzierung rechtzeitig planenbis zum Ende der Zinsbindung
Hausschlüssel auf einem Holztisch neben aufgefalteten Unterlagen
Hausschlüssel auf einem Holztisch neben aufgefalteten Unterlagen – am Ende aller zehn Schritte steht die Schlüsselübergabe. Symbolbild, KI-generiert.

Schritt 1: Wie viel Haus kannst du dir leisten?

Wie viel Haus du dir leisten kannst, ergibt sich aus der Monatsrate, die nach allen Ausgaben dauerhaft übrig bleibt – nicht aus dem Kaufpreis, den Banken maximal finanzieren würden. Stelle dafür deine regelmäßigen Einnahmen allen Ausgaben gegenüber: Lebenshaltung, Auto, Versicherungen, bestehende Kredite und die künftigen Kosten der Immobilie wie Grundsteuer, Energie und eine Rücklage für Reparaturen. Was danach bleibt, abzüglich eines Puffers von rund 10 %, ist deine tragbare Rate.

Als Faustregel gilt: Die Kreditrate sollte 35 bis 40 % des Haushaltsnettos nicht übersteigen. Die Verbraucherzentrale nennt 40 % als Grenze, bei niedrigen Einkommen liegt der sinnvolle Anteil eher darunter. Für eine Rate von 1.575 € im Monat braucht ein Haushalt nach dieser Regel also rund 3.940 bis 4.500 € netto. Plane auch absehbare Veränderungen ein – Elternzeit, Teilzeit, ein weiteres Kind oder den Rentenbeginn. Wie Banken die Haushaltsrechnung im Detail aufstellen, erklären wir im Ratgeber zur Haushaltsrechnung.

Aus der Rate ergibt sich die mögliche Darlehenssumme: Bei 4,0 % Sollzins und 2 % Anfangstilgung entsprechen 1.000 € Monatsrate rund 200.000 € Darlehen, 1.500 € rund 300.000 €. Den schnellsten Überblick gibt dir der Budgetrechner, der aus Einkommen, Ausgaben und Eigenkapital den realistischen Kaufpreis ermittelt.

Schritt 2: Wie viel Eigenkapital brauchst du – und was kosten die Kaufnebenkosten?

Du brauchst mindestens so viel Eigenkapital, dass du die Kaufnebenkosten selbst bezahlen kannst, denn Banken finanzieren sie nur ungern und gegen deutliche Zinsaufschläge mit. Die Kaufnebenkosten bestehen aus Grunderwerbsteuer (3,5 bis 6,5 % je nach Bundesland), Notar und Grundbuch (zusammen etwa 1,5 bis 2 %) und gegebenenfalls dem Käuferanteil der Maklerprovision, häufig 3,57 % inklusive Umsatzsteuer.

Bundesland (Auswahl)GrunderwerbsteuerNebenkosten ohne Makler bei 350.000 €mit Makler (3,57 %)
Bayern3,5 %rund 17.500 €rund 30.000 €
Niedersachsen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz5,0 %rund 22.750 €rund 35.250 €
Bremen, Hamburg, Sachsen5,5 %rund 24.500 €rund 37.000 €
Berlin, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern6,0 %rund 26.250 €rund 38.750 €
Brandenburg, NRW, Saarland, Schleswig-Holstein6,5 %rund 28.000 €rund 40.500 €
Notar und Grundbuch mit 1,5 % angesetzt. Berechnung der Redaktion, Grunderwerbsteuersätze Stand September 2026.

Gute Konditionen gibt es meist ab 20 bis 30 % Eigenkapital inklusive Nebenkosten, weil der Beleihungsauslauf dann niedrig ist. Als Eigenkapital zählen Ersparnisse, Bausparguthaben, Wertpapiere, Rückkaufswerte von Lebensversicherungen, ein unbelastetes Grundstück und in Grenzen Eigenleistungen am Bau. Wichtig: Setze nicht jeden Euro ein, sondern behalte eine Reserve für Reparaturen und Notfälle. Wie sich unterschiedliche Eigenkapitalquoten auf Zins und Rate auswirken, zeigt unser Beitrag zum Eigenkapital; wer wenig angespart hat, findet Wege und Risiken unter Baufinanzierung ohne Eigenkapital. Deine genauen Nebenkosten berechnet der Kaufnebenkostenrechner.

Schritt 3: Welche Förderung passt zu deinem Vorhaben?

Welche Förderung passt, hängt von drei Fragen ab: Baust oder kaufst du neu, kaufst du einen Altbau, und wie viele Kinder und welches Einkommen hat dein Haushalt? Die wichtigsten Programme sind zinsgünstige KfW-Kredite, die Förderung der Landesförderbanken, Zuschüsse für Heizung und Sanierung sowie Wohn-Riester. Fast alle haben eine gemeinsame Regel: Der Antrag muss vor dem Kaufvertrag, dem Bauauftrag oder dem Beginn der Arbeiten gestellt sein.

ProgrammFür wenHöhe (Stand)
KfW 300Familien mit Kind, Neubau oder Ersterwerb Effizienzhaus 40170.000 bis 270.000 € Kredit (09/2026)
Jung kauft Alt (KfW 308)Familien mit Kind, Kauf eines Altbaus der Klasse F, G oder H mit Sanierungspflicht140.000 bis 180.000 € Kredit seit 03.08.2026
KfW 124alle Selbstnutzer, ohne Energie- oder Einkommensvorgabebis 100.000 € Kredit
NBankHaushalte innerhalb der Einkommensgrenzen in Niedersachsenbis 180.000 €, 20 Jahre zinsfrei, plus 10.000 € je Kind (07/2026)
Heizungsförderung KfW 458Heizungstausch im Bestand30 % Grundförderung plus Boni, bis 70 bzw. 80 % (07/2026)
Wohn-RiesterFörderberechtigte, besonders Familien175 € Grundzulage, bis 300 € je Kind und Jahr (2026)

Die Einkommensgrenze für KfW 300 und Jung kauft Alt liegt bei 90.000 € zu versteuerndem Haushaltseinkommen mit einem Kind, plus 10.000 € für jedes weitere Kind. KfW-Kredite beantragst du nicht direkt bei der KfW, sondern über die finanzierende Bank oder einen Finanzierungsvermittler – deshalb gehört die Förderfrage schon in das erste Gespräch. Welche Programme für dich infrage kommen, zeigt der Fördermittelrechner; alle Programme im Überblick findest du unter Förderung.

Schritt 4: Welche Unterlagen braucht die Bank?

Die Bank braucht Unterlagen zu dir und zur Immobilie, denn sie prüft beides: ob du den Kredit zurückzahlen kannst und ob das Objekt als Sicherheit genügt. Wer die Unterlagen früh vollständig hat, bekommt schneller eine Zusage und kann ein gutes Zinsangebot sofort annehmen.

  • Zur Person: Personalausweis, die letzten drei Gehaltsabrechnungen und die Dezember-Abrechnung des Vorjahres, Arbeitsvertrag; bei Selbstständigen Einkommensteuerbescheide, Bilanzen oder Einnahmen-Überschuss-Rechnungen der letzten zwei bis drei Jahre und eine aktuelle BWA.
  • Zum Vermögen: Kontoauszüge als Eigenkapitalnachweis, Bausparkontoauszüge, Depotauszüge, Nachweise über bestehende Kredite.
  • Zur Immobilie: Exposé, Grundbuchauszug, Flurkarte, Wohnflächenberechnung, Baubeschreibung oder Baupläne, Energieausweis, Fotos; bei Eigentumswohnungen zusätzlich Teilungserklärung, Protokolle der Eigentümerversammlungen und Wirtschaftsplan.
  • Beim Neubau: Bauvertrag oder Kostenberechnung des Architekten, Baugenehmigung, Grundstückskaufvertrag.

Eine abhakbare Liste mit allen Dokumenten findest du in unserer Checkliste Baufinanzierung. Für die erste Anfrage reichen Eckdaten zu Einkommen, Eigenkapital, bestehenden Krediten und dem Wunschobjekt.

Schritt 5: Welche Darlehensart, Zinsbindung und Tilgung passen?

Für die meisten Käufer passt ein Annuitätendarlehen mit 10 bis 15 Jahren Zinsbindung, mindestens 2 % Anfangstilgung und einem kostenlosen Sondertilgungsrecht. Beim Annuitätendarlehen bleibt die Monatsrate während der Zinsbindung gleich; mit jeder Rate sinkt die Restschuld, und der Tilgungsanteil wächst. KfW-Kredite und Bauspardarlehen kommen als zusätzliche Bausteine dazu.

  • Zinsbindung: Üblich sind 10, 15 oder 20 Jahre. Eine längere Bindung kostet meist einen Zinsaufschlag, verkleinert aber das Risiko bei der Anschlussfinanzierung. Mehr dazu unter Zinsbindung.
  • Tilgung: Die Verbraucherzentralen empfehlen mindestens 2 % Anfangstilgung. Mit 3 % statt 2 % sinkt die Laufzeit bei 4,0 % Sollzins von rund 27,5 auf rund 21 Jahre.
  • Sondertilgung: Viele Banken erlauben kostenlos 5 bis 10 % der Darlehenssumme pro Jahr – aber nur, wenn es im Vertrag steht. Details unter Sondertilgung.
  • Tilgungssatzwechsel: Die Möglichkeit, die Tilgung während der Zinsbindung anzupassen, gibt Spielraum bei Elternzeit oder Jobwechsel.

Die Rate berechnest du mit der Formel Darlehen × (Sollzins + Anfangstilgung) ÷ 12. Den Tilgungsverlauf Jahr für Jahr zeigt der Baufinanzierungsrechner; die Unterschiede zwischen den Darlehensformen erklärt der Ratgeber Darlehensarten.

Schritt 6: Wie vergleichst du Finanzierungsangebote richtig?

Angebote vergleichst du richtig, wenn du sie mit derselben Darlehenssumme, Zinsbindung und Tilgung nebeneinanderlegst und auf den Effektivzins schaust – nicht nur auf den Sollzins. Der Effektivzins enthält die Zahlweise und bestimmte Kreditkosten und macht Angebote vergleichbar. Achte zusätzlich auf Sondertilgungsrecht, Tilgungssatzwechsel, bereitstellungszinsfreie Zeit und die Restschuld am Ende der Zinsbindung.

Ein Vergleich lohnt sich, weil schon kleine Zinsunterschiede viel Geld ausmachen: Bei 315.000 € Darlehen und 2 % Tilgung kosten 4,5 % statt 4,0 % Sollzins rund 131 € mehr im Monat und in zehn Jahren rund 13.700 € mehr Zinsen (Berechnung der Redaktion). Viele Standardangebote lagen Ende September 2026 0,3 bis 0,7 Prozentpunkte über den Top-Konditionen (Quelle: Dr. Klein, Stand 03.10.2026). Den aktuellen Durchschnitt aller Banken veröffentlicht die Deutsche Bundesbank monatlich in ihrer Zinsstatistik. Wo die Zinsen gerade stehen, liest du unter Bauzinsen; zwei Angebote direkt gegeneinander rechnet der Zinsrechner.

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Schritt 7: Was prüft die Bank bei dir und bei der Immobilie?

Die Bank prüft deine Kreditwürdigkeit und den Wert der Immobilie, bevor sie eine verbindliche Zusage gibt. Vor jedem Immobilienkredit muss sie nach § 505a BGB eingehend prüfen, ob du das Darlehen wahrscheinlich vertragsgemäß zurückzahlen kannst. Dazu gehören Einkommen, Ausgaben, bestehende Kredite und die SCHUFA-Auskunft. Eine Baufinanzierung ganz ohne SCHUFA gibt es deshalb nicht; was bei Einträgen möglich ist, erklärt der Ratgeber Baufinanzierung trotz SCHUFA-Eintrag.

Bei der Immobilie rechnet die Bank nicht mit dem Kaufpreis, sondern mit dem Beleihungswert. Er liegt meist etwa 10 % unter dem Verkehrswert, weil er auch in einer schwachen Marktphase noch erzielbar sein soll. Je kleiner der Anteil des Darlehens am Beleihungswert – der Beleihungsauslauf –, desto günstiger der Zins; die besten Konditionen gibt es meist bis 60 %. Liegt der Kaufpreis deutlich über dem Wert, den die Bank ansetzt, musst du die Differenz mit Eigenkapital ausgleichen. Wie Verkehrs- und Beleihungswert entstehen, zeigt unser Beitrag zur Immobilienbewertung.

Schritt 8: Wann unterschreibst du Darlehensvertrag und Kaufvertrag?

Den Darlehensvertrag unterschreibst du vor dem Notartermin, den Kaufvertrag erst danach – denn der beurkundete Kaufvertrag gilt auch dann, wenn die Finanzierung später platzt. Ein Immobilienkauf ist nur mit notariellem Vertrag wirksam (§ 311b BGB); mündliche oder schriftliche Kaufzusagen binden dich noch nicht. Kaufst du als Verbraucher von einem Unternehmer, etwa einem Bauträger, bekommst du den Vertragsentwurf in der Regel mindestens zwei Wochen vor dem Termin (§ 17 Abs. 2a BeurkG). Nutze die Zeit, um den Entwurf mit der Bank abzustimmen.

Beim Darlehensvertrag hast du als Verbraucher ein Widerrufsrecht von 14 Tagen (§ 495 BGB). Im Kaufvertrag gehört eine Belastungsvollmacht dazu, damit die Grundschuld für die Bank schon vor der Eigentumsumschreibung eingetragen werden kann. Für Notar und Grundbuch rechnest du insgesamt mit rund 1,5 bis 2 % des Kaufpreises; die Gebühren sind im Gerichts- und Notarkostengesetz bundeseinheitlich festgelegt. Was im Vertrag stehen muss, erklärt der Ratgeber Kaufvertrag und Notartermin, die Grundschuld der Beitrag zur Grundschuld.

Schritt 9: Wie läuft die Auszahlung ab?

Beim Kauf zahlt die Bank den Kaufpreis erst nach der Fälligkeitsmitteilung des Notars direkt an den Verkäufer aus; beim Neubau fließt das Darlehen in Raten nach Baufortschritt. Die Fälligkeitsmitteilung kommt, wenn die Auflassungsvormerkung im Grundbuch steht, die Löschungsunterlagen der Bank des Verkäufers vorliegen und die Gemeinde auf ihr Vorkaufsrecht verzichtet hat – dafür hat sie bis zu drei Monate Zeit (§ 28 Abs. 2 BauGB). Vom Notartermin bis zur Zahlung vergehen meist vier bis acht Wochen.

Für den Teil des Darlehens, den du noch nicht abgerufen hast, verlangen Banken nach einer freien Zeit Bereitstellungszinsen von meist 0,25 % pro Monat. Beim Kauf sind oft 2 bis 3 Monate frei, beim Neubau 6 bis 12 Monate. Baust du mit einem Bauträger, regelt die Makler- und Bauträgerverordnung die Raten: zum Beispiel 30 % bei Beginn der Erdarbeiten (§ 3 Abs. 2 MaBV). Mehr dazu unter Bereitstellungszinsen und Hausbau-Kosten. Den vollständigen Weg vom Notar bis zur Schlüsselübergabe beschreibt der Ratgeber Ablauf beim Hauskauf.

Schritt 10: Was passiert nach dem Kauf bis zur Anschlussfinanzierung?

Nach dem Kauf geht es darum, die Restschuld zügig zu senken und die Anschlussfinanzierung rechtzeitig zu planen – spätestens zwölf Monate vor Ende der Zinsbindung. Nutze vereinbarte Sondertilgungen, etwa aus Boni oder Steuererstattungen, und prüfe nach dem Kauf die Fristen: Die Grunderwerbsteuer ist meist innerhalb eines Monats nach dem Steuerbescheid fällig, und bei älteren Häusern hast du ab dem Eigentumsübergang zwei Jahre Zeit für die verbliebenen Nachrüstpflichten wie die Dämmung der obersten Geschossdecke.

Endet die Zinsbindung, verlängerst du bei deiner Bank (Prolongation) oder wechselst zu einer anderen (Umschuldung). Auch wenn die vereinbarte Zinsbindung länger läuft, kannst du jedes Baudarlehen 10 Jahre nach vollständiger Auszahlung mit 6 Monaten Frist ohne Vorfälligkeitsentschädigung kündigen (§ 489 Abs. 1 Nr. 2 BGB). Mit einem Forward-Darlehen sicherst du dir den Zins für die Anschlussfinanzierung schon Jahre im Voraus – gegen einen Aufschlag. Alles dazu liest du unter Anschlussfinanzierung; ob sich die Absicherung rechnet, zeigt der Forward-Darlehen-Rechner.

Was kostet eine Baufinanzierung 2026 im Rechenbeispiel?

Eine Baufinanzierung über 315.000 € kostet bei 4,0 % Sollzins und 2 % Anfangstilgung 1.575 € im Monat; in den ersten zehn Jahren zahlst du damit rund 111.700 € Zinsen. Das Beispiel beschreibt einen Hauskauf in Niedersachsen für 350.000 € mit Makler. Alle Zinssätze sind Annahmen zur Veranschaulichung, keine Zinszusage.

PositionBerechnungBetrag
KaufpreisAnnahme350.000 €
Grunderwerbsteuer5,0 % (Niedersachsen)17.500 €
Notar und Grundbuchca. 1,5 %5.250 €
Makler, Käuferanteil3,57 %12.495 €
Gesamtkosten385.245 €
EigenkapitalNebenkosten plus rund 10 % des Kaufpreises− 70.245 €
Darlehen315.000 €
Monatsrate4,0 % Sollzins + 2 % Tilgung1.575 €
Restschuld nach 10 Jahrenrund 237.700 €
Restschuld nach 15 Jahrenrund 185.800 €
Zinsen in 10 Jahrenrund 111.700 €
Laufzeit bis schuldenfreibei gleichbleibendem Zinsrund 27,5 Jahre
Zum Vergleich: 3 % TilgungRate 1.837,50 €Restschuld nach 10 Jahren rund 199.000 €, schuldenfrei nach rund 21 Jahren
Berechnung der Redaktion, Stand Oktober 2026.

Das Beispiel zeigt, warum die Anschlussfinanzierung das größte Risiko ist: Nach zehn Jahren sind noch drei Viertel der Schuld offen und müssen zu dann geltenden Zinsen weiterfinanziert werden. Eine höhere Tilgung oder eine längere Zinsbindung verkleinert dieses Risiko. Weitere fertig gerechnete Beispiele findest du für 200.000 €, 300.000 € und 400.000 € Kredit.

Welche Fehler solltest du bei der Baufinanzierung vermeiden?

Die teuersten Fehler entstehen bei der Reihenfolge und beim Vergleich, nicht bei der Wahl der Bank. Diese Punkte kosten in der Praxis am meisten Geld:

  • Kaufvertrag vor der Finanzierungszusage unterschreiben: Der Vertrag gilt trotzdem, auch wenn keine Bank finanziert.
  • Förderantrag zu spät stellen: Nach Kaufvertrag oder Baubeginn ist die KfW-Förderung in der Regel verloren.
  • Nur die Hausbank fragen: Zinsunterschiede von einem halben Prozentpunkt summieren sich schnell auf fünfstellige Beträge.
  • Zu niedrig tilgen: Unter 2 % Anfangstilgung bleibt die Restschuld lange hoch, und das Anschlussrisiko wächst.
  • Nebenkosten und Puffer vergessen: Kaufnebenkosten, Renovierung und Umzug müssen aus Eigenkapital kommen – plus eine Reserve.
  • Kein Sondertilgungsrecht vereinbaren: Ohne Vereinbarung kosten zusätzliche Zahlungen während der Zinsbindung meist eine Entschädigung.

Passend dazu: Finanzierungsbestätigung und Finanzierungszusage · Notarkosten beim Hauskauf · Grundbucheintrag

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Baufinanzierung vom ersten Gespräch bis zur Auszahlung?

Meist zwei bis vier Monate, wenn das Objekt feststeht: Unterlagen und Bankprüfung brauchen zusammen etwa zwei bis sechs Wochen, der Notar mindestens zwei Wochen Vorlauf, und vom Notartermin bis zur Kaufpreiszahlung vergehen meist vier bis acht Wochen. Beim Neubau wird das Darlehen über die gesamte Bauzeit in Raten ausgezahlt.

Wie viel Eigenkapital brauche ich 2026 für eine Baufinanzierung?

Mindestens die Kaufnebenkosten von 5,5 bis 12 % des Kaufpreises, je nach Bundesland und Makler. Für gute Konditionen sind 20 bis 30 % Eigenkapital inklusive Nebenkosten üblich. Eine Finanzierung ohne Eigenkapital ist möglich, kostet aber deutliche Zinsaufschläge.

Wie hoch sind die Bauzinsen im Oktober 2026?

Top-Konditionen für 10 Jahre Zinsbindung lagen Anfang Oktober 2026 bei rund 4,2 % effektiv, die Spanne großer Vermittler reichte von etwa 3,9 bis 4,3 % (Quelle: Dr. Klein, Stand 03.10.2026). Dein persönlicher Zins hängt von Bonität, Eigenkapital, Objekt und Zinsbindung ab.

Was kommt zuerst: Kreditzusage oder Notartermin?

Zuerst die verbindliche Kreditzusage und der unterschriebene Darlehensvertrag, dann der Notartermin. Der beurkundete Kaufvertrag verpflichtet dich zur Zahlung, auch wenn die Finanzierung später scheitert (§ 311b BGB).

Wie viel Einkommen brauche ich für 300.000 € Kredit?

Bei 4,0 % Sollzins und 2 % Tilgung beträgt die Rate 1.500 € im Monat. Nach der Faustregel, dass die Rate höchstens 35 bis 40 % des Nettoeinkommens ausmachen sollte, entspricht das rund 3.750 bis 4.300 € Haushaltsnetto – abhängig von deinen übrigen Ausgaben.

Kann ich KfW-Förderung und Bankdarlehen kombinieren?

Ja, das ist der Normalfall: Der KfW-Kredit deckt einen Teil der Kosten, den Rest finanziert ein Bankdarlehen. Beantragt wird der KfW-Kredit über die finanzierende Bank oder einen Vermittler – und zwar vor Kaufvertrag oder Baubeginn.

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