Wie viel Einkommen du für eine Baufinanzierung brauchst, entscheidet die Haushaltsrechnung: Die Bank zieht von deinen regelmäßigen Einnahmen Pauschalen für die Lebenshaltung, laufende Verpflichtungen und die Kosten der Immobilie ab. Was übrig bleibt, abzüglich eines Puffers, ist die Monatsrate, die du dir leisten kannst. Eine feste Einkommensgrenze gibt es nicht – es kommt auf dieses Verhältnis an.
Das Wichtigste: Banken rechnen mit eigenen, meist nicht veröffentlichten Pauschalen für Lebenshaltungskosten. Rechne deshalb selbst mit deinen echten Ausgaben – und vergiss die Kosten des Hauses nicht: Nebenkosten, Grundsteuer und eine Rücklage für Reparaturen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt als Faustregel, dass die Kreditrate höchstens 40 % des Nettoeinkommens ausmacht und zwischen frei verfügbarem Überschuss und Rate etwa 10 % Luft bleibt.

Was ist eine Haushaltsrechnung?
Die Haushaltsrechnung ist eine Gegenüberstellung deiner monatlichen Einnahmen und Ausgaben. Für die Baufinanzierung ist sie das zentrale Dokument neben dem Eigenkapitalnachweis: Banken sind gesetzlich verpflichtet, vor einem Immobilienkredit deine Kreditwürdigkeit zu prüfen (§ 505a BGB). Sie wollen sehen, dass du die Rate über viele Jahre tragen kannst, auch wenn einmal etwas Unerwartetes passiert. Für dich hat die Rechnung einen zweiten Zweck: Sie zeigt dir, welche Rate du nicht nur auf dem Papier, sondern im Alltag stemmen kannst.
So rechnen Banken: die vier Bausteine
1. Einnahmen
Angesetzt wird das regelmäßige Nettoeinkommen aller Kreditnehmer. Weihnachts- und Urlaubsgeld rechnen viele Banken auf zwölf Monate um, wenn es vertraglich vereinbart ist. Kindergeld zählt meist mit – aktuell 259 € pro Kind und Monat (Bundesagentur für Arbeit, seit Januar 2026) –, allerdings nur solange der Anspruch besteht. Zeitlich begrenzte Leistungen wie Elterngeld, Einkommen in der Probezeit oder unregelmäßige Nebenverdienste bewerten Banken vorsichtiger. Mieteinnahmen setzen sie häufig nur mit einem Abschlag an. Bei Selbstständigen zählt der Durchschnitt der letzten Jahre, dazu mehr unter Baufinanzierung für Selbstständige.
2. Pauschalen für die Lebenshaltung
Für Essen, Kleidung, Freizeit und Alltag setzen Banken feste Beträge je Erwachsenem und je Kind an. Diese Pauschalen unterscheiden sich von Bank zu Bank und sind in der Regel nicht öffentlich. Zur Einordnung hilft die amtliche Statistik: Paare mit Kindern gaben 2024 im Schnitt 4.664 € im Monat für Konsum aus, davon 1.582 € für Wohnen, Energie und Instandhaltung (Destatis, Laufende Wirtschaftsrechnungen 2024). Ohne Wohnen bleiben also rund 3.082 € – ein Wert, der oft über den Bankpauschalen liegt. Lebst du deutlich teurer als die Pauschale, rechne mit deinem echten Wert.
3. Laufende Verpflichtungen
Raten für Auto- oder Konsumkredite, Leasing, Unterhaltszahlungen und private Vorsorge wie Lebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherungen werden voll abgezogen. Auch Kosten für ein oder zwei Autos setzen viele Banken gesondert an. Ein kleiner Ratenkredit, den du vor der Finanzierung ablöst, kann deinen Spielraum spürbar erhöhen.
4. Kosten der Immobilie und Rücklage
Die bisherige Kaltmiete fällt weg, dafür kommen Bewirtschaftungskosten hinzu: Heizung, Strom, Wasser, Müll, Grundsteuer und Gebäudeversicherung. Bei einer Eigentumswohnung steckt vieles davon im Hausgeld. Dazu kommt eine Rücklage für Reparaturen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, jährlich rund 2 % des Werts der Bausubstanz einzuplanen (Stand 14.11.2025) – als Faustregel, nicht als feste Größe. Bei einem Neubau fallen in den ersten Jahren meist weniger Reparaturen an, bei einem älteren Haus eher mehr.
Beispiel: Haushaltsrechnung für eine Familie
Ein Paar mit zwei Kindern will ein Haus mit 130 m² Wohnfläche kaufen. Eine Person arbeitet Vollzeit, die andere Teilzeit. Die Pauschalen sind Beispielwerte, keine Werte einer bestimmten Bank.
| Position | Betrag pro Monat |
|---|---|
| Nettoeinkommen Person A (Vollzeit) | 3.100 € |
| Nettoeinkommen Person B (Teilzeit) | 1.700 € |
| Kindergeld (2 × 259 €) | 518 € |
| Summe Einnahmen | 5.318 € |
| Lebenshaltung (Pauschale, 2 Erwachsene, 2 Kinder) | − 2.000 € |
| Auto (Versicherung, Steuer, Sprit, Wartung) | − 350 € |
| Versicherungen und private Vorsorge | − 250 € |
| Bestehender Ratenkredit | − 150 € |
| Bewirtschaftung Haus (130 m² × 3,50 €) | − 455 € |
| Instandhaltungsrücklage (2 % von 240.000 € Gebäudewert ÷ 12) | − 400 € |
| Summe Ausgaben | − 3.605 € |
| Überschuss | 1.713 € |
| Puffer 10 % | − 171 € |
| Tragbare Monatsrate (gerundet) | 1.540 € |
Beispiel, gerundet. Kindergeld: Bundesagentur für Arbeit, seit 01.01.2026. Instandhaltung 2 % und Puffer 10 %: Faustregeln der Verbraucherzentrale. Alle übrigen Werte sind Annahmen. Stand: 27. September 2026.
Vom Einkommen zur tragbaren Rate
Beispielfamilie, Euro pro Monat

Was bedeutet die Rate für die Darlehenshöhe?
Bei einer angenommenen Rate aus 3,6 % Sollzins und 2 % Anfangstilgung – zusammen 5,6 % im Jahr – ergeben 1.540 € im Monat ein Darlehen von 330.000 € (1.540 € × 12 ÷ 5,6 %). Der Zinssatz ist eine Beispielannahme, keine Zinsaussage. Wie sich die Zinsen gerade entwickeln, liest du unter Bauzinsen.
Bringt die Familie 90.000 € Eigenkapital mit, liegt das Gesamtbudget bei 420.000 €. Rechnet man mit Kaufnebenkosten von 10 %, bleibt ein Kaufpreis von rund 382.000 €. Die Rate entspricht 29 % der Einnahmen inklusive Kindergeld – das liegt klar unter der 40-%-Faustregel der Verbraucherzentrale.
Wie empfindlich die Rechnung ist, zeigt ein Gegencheck: Setzt die Familie statt der Pauschale die durchschnittlichen Konsumausgaben von Paaren mit Kindern laut Destatis an (3.082 € ohne Wohnen statt 2.600 € für Lebenshaltung, Auto und Versicherungen), sinkt der Überschuss um 482 € auf 1.231 €. Nach Puffer bleiben rund 1.100 € Rate – das reicht zu denselben Konditionen nur noch für rund 236.000 € Darlehen.
Du willst wissen, wie deine eigene Haushaltsrechnung aussieht und welche Rate realistisch ist?
Finanzierung anfragen →Faustregeln – hilfreich, aber kein Ersatz für die eigene Rechnung
- Faustregel 40 %: Die Kreditrate sollte nicht mehr als 40 % des Nettoeinkommens ausmachen (Verbraucherzentrale, Stand 14.11.2025). Bei niedrigen Einkommen kann schon weniger zu viel sein, weil die Grundkosten des Lebens nicht mitschrumpfen.
- Faustregel 10 % Puffer: Zwischen frei verfügbarem Überschuss und geplanter Rate sollten etwa 10 % Abstand bleiben (Verbraucherzentrale, Stand 06.11.2024).
- Faustregel 2 % Instandhaltung: Jährlich rund 2 % des Werts der Bausubstanz zurücklegen (Verbraucherzentrale).
- Faustregel 20 % Eigenkapital: Die Verbraucherzentrale empfiehlt mindestens 20 % der Gesamtkosten aus eigenen Mitteln. Mit weniger ist eine Finanzierung möglich, aber meist teurer.
Was du vorher planen solltest
Die Verbraucherzentrale rät, nicht nur den heutigen Stand zu betrachten, sondern auch geplante Veränderungen: Elternzeit, ein weiteres Kind, Teilzeit, Pflege von Angehörigen oder ein Jobwechsel. Rechne durch, was passiert, wenn ein Einkommen für ein Jahr sinkt. Und prüfe, ob das Darlehen spätestens zum Rentenbeginn getilgt ist. Familien finden weitere Hinweise unter Baufinanzierung für junge Familien. Deine eigenen Zahlen kannst du mit dem Budgetrechner durchspielen.
Diese Unterlagen braucht die Bank für die Haushaltsrechnung
- Einkommensnachweise: meist die letzten drei Gehaltsabrechnungen und die Dezemberabrechnung des Vorjahres
- Steuerbescheid und bei Selbstständigen Bilanzen oder Einnahmen-Überschuss-Rechnungen
- Kontoauszüge und Nachweise zu bestehenden Krediten und Verträgen
- Nachweise über Kindergeld oder andere regelmäßige Leistungen
Weiterlesen: Ablauf Hauskauf · Eigentumswohnung kaufen · Haus oder Wohnung kaufen? Kosten, Wert und Finanzierung im Vergleich · Gutachter beim Hauskauf
Deine Haushaltsrechnung prüfen lassen
Wir leiten deine Anfrage kostenlos an Finanzierungsexperten aus unserem Netzwerk weiter.
- Kostenlos und unverbindlich
- Realistische Rate auf Basis deiner echten Einnahmen und Ausgaben
- Persönliche Rückmeldung statt Standardangebot
Jetzt kostenlos anfragen
Keine Kosten, keine Verpflichtung – du entscheidest selbst, ob du ein Angebot annimmst.
Häufige Fragen
Wie viel Einkommen brauche ich für 300.000 € Kredit?
Das hängt vor allem von deinen Ausgaben ab. Bei einer Beispielrate von 5,6 % im Jahr (Zins plus Tilgung) kostet ein Darlehen von 300.000 € 1.400 € im Monat. Nach der 40-%-Faustregel der Verbraucherzentrale wären dafür mindestens 3.500 € netto nötig – mit Familie und Auto meist deutlich mehr.
Welche Pauschalen für Lebenshaltungskosten setzen Banken an?
Jede Bank nutzt eigene Pauschalen je Erwachsenem und Kind, die meist nicht veröffentlicht werden. Zur Orientierung: Paare mit Kindern gaben 2024 laut Destatis im Schnitt rund 3.082 € im Monat für Konsum ohne Wohnen aus.
Zählt das Kindergeld in der Haushaltsrechnung?
Meist ja, solange der Anspruch besteht. Seit Januar 2026 beträgt es 259 € pro Kind und Monat. Da es wegfällt, wenn die Kinder älter werden, bewerten manche Banken es vorsichtig.
Was gehört zu den Bewirtschaftungskosten?
Heizung, Strom, Wasser, Abwasser, Müll, Grundsteuer, Gebäudeversicherung und bei Wohnungen das Hausgeld. Dazu kommt eine Rücklage für Reparaturen, als Faustregel rund 2 % des Gebäudewerts pro Jahr.
Kann ich meine Haushaltsrechnung verbessern?
Ja, etwa indem du kleine Ratenkredite vor der Finanzierung ablöst, Verträge prüfst und mehr Eigenkapital einbringst. Eine längere Tilgungsdauer senkt die Rate, verteuert die Finanzierung insgesamt aber.
Über diese Inhalte
Erstellt und geprüft von der Redaktion dein-hauskredit.de nach unseren redaktionellen Auswahlkriterien. Stand: 27. September 2026.
Quellen:
- Verbraucherzentrale – Immobilienfinanzierung: So berechnen Sie, was Sie sich leisten können
- Verbraucherzentrale – Häufige Fragen rund um Hauskauf und Hauskredit
- Statistisches Bundesamt – Konsumausgaben privater Haushalte nach Haushaltstyp
- Bundesagentur für Arbeit – Kindergeld steigt 2026
- Bundesministerium der Justiz – § 505a BGB (Kreditwürdigkeitsprüfung)
dein-hauskredit.de ist eine Informationsplattform und leitet Anfragen kostenlos an ein Netzwerk von Finanzierungsexperten weiter. Wir beraten nicht selbst. Die Inhalte ersetzen keine individuelle Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung. Angaben ohne Gewähr – maßgeblich sind die aktuellen Bedingungen der Banken und Förderinstitute.
Zuletzt aktualisiert am 27. September 2026 · Redaktion dein-hauskredit.de