Zuletzt aktualisiert am 11. Oktober 2026 · Redaktion dein-hauskredit.de
Eine Finanzierungsbestätigung ist eine meist unverbindliche Einschätzung der Bank, dass sie dir einen Kredit in bestimmter Höhe geben würde – Makler und Verkäufer wollen sie sehen, bevor sie einen Notartermin vereinbaren. Verbindlich wird deine Finanzierung erst mit einer objektbezogenen Finanzierungszusage und vor allem mit dem unterschriebenen Darlehensvertrag, den du vor dem Notartermin für den Kaufvertrag in der Tasche haben solltest.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Finanzierungsbestätigung ist gesetzlich nicht vorgeschrieben und je nach Formulierung unterschiedlich verbindlich (Quelle: biallo.de, Stand 10/2024).
- Üblich ist eine Gültigkeit von etwa sechs Monaten; ändert sich deine Finanzlage, brauchst du eine neue (Quelle: biallo.de, Stand 10/2024).
- Eine Bankbestätigung ist kein gültiger Kreditvertrag (Quelle: Schwäbisch Hall, Stand 07/2025).
- Beim Verbraucherdarlehen hast du ein Widerrufsrecht von 14 Tagen ohne Begründung (Quelle: §§ 495, 355 BGB, Stand 10/2026).
- Bei einem Immobiliar-Verbraucherdarlehen erlischt das Widerrufsrecht spätestens zwölf Monate und 14 Tage nach Vertragsschluss (Quelle: § 356b Abs. 2 BGB, Stand 10/2026).
- Bereitstellungszinsen verlangen Banken meist nach drei bis zwölf Monaten, solange der Kredit nicht ausgezahlt ist (Quelle: Verbraucherzentrale, Stand 11/2025).
Stand: Oktober 2026 · Redaktion dein-hauskredit.de

Was ist eine Finanzierungsbestätigung?
Eine Finanzierungsbestätigung ist ein Schreiben deiner Bank oder Bausparkasse, in dem sie bestätigt, dass sie nach erster Prüfung grundsätzlich bereit ist, dir einen Kredit bis zu einer bestimmten Höhe zu geben – einen Kreditvertrag ersetzt sie nicht (Quelle: Schwäbisch Hall, Stand 07/2025). Manche Anbieter nennen eine sehr frühe, noch weniger geprüfte Version auch Finanzierungszertifikat.
Wie belastbar das Schreiben ist, hängt vom Wortlaut ab. Formulierungen wie „grundsätzlich bereit“ oder „vorbehaltlich“ zeigen, dass die Bank sich nicht festlegt (Quelle: biallo.de, Stand 10/2024). Für dich ist die Bestätigung trotzdem wertvoll: Die Bank hat deine Zahlen einmal angeschaut, und du weißt, in welchem Preisrahmen du suchen kannst. Vorher solltest du mit einer ehrlichen Haushaltsrechnung und dem Budgetrechner selbst prüfen, was du dir leisten kannst.
Warum verlangen Makler und Verkäufer eine Finanzierungsbestätigung?
Makler und Verkäufer verlangen eine Finanzierungsbestätigung, um sicherzugehen, dass du den Kaufpreis auch bezahlen kannst und der Notartermin nicht in letzter Minute platzt (Quelle: Schwäbisch Hall, Stand 07/2025; biallo.de, Stand 10/2024). Für den Verkäufer ist ein geplatzter Kauf teuer: Er verliert Zeit, andere Interessenten springen ab, und der Vertragsentwurf beim Notar kostet Geld.
Bei begehrten Objekten entscheidet die Bestätigung oft darüber, wen der Makler zuerst zur Besichtigung oder zum Notartermin einlädt. Wer sie vorlegt, signalisiert: Ich habe mich vorbereitet. Pflicht ist sie nicht – ein Notartermin ist auch ohne sie möglich (Quelle: Schwäbisch Hall, Stand 07/2025). Nur selten wirst du ohne sie aber einen Termin bekommen.
Wichtig für dich: Gib keine detaillierten Unterlagen wie Gehaltsnachweise oder Kontoauszüge an Makler weiter. Die Bestätigung der Bank reicht – sie zeigt die Kreditsumme, nicht deine privaten Finanzen.
Was ist der Unterschied zwischen Finanzierungsbestätigung und Finanzierungszusage?
Der Unterschied liegt in der Verbindlichkeit: Die Finanzierungsbestätigung ist eine allgemeine, meist unverbindliche Einschätzung ohne konkretes Objekt, die Finanzierungszusage bezieht sich auf eine bestimmte Immobilie nach vollständiger Prüfung – und rechtlich sicher ist die Finanzierung erst mit dem unterschriebenen Darlehensvertrag (Quelle: biallo.de, Stand 10/2024).
| Merkmal | Finanzierungsbestätigung | Finanzierungszusage | Darlehensvertrag |
|---|---|---|---|
| Bezug auf ein Objekt | meist nein | ja, konkrete Immobilie | ja, konkrete Immobilie |
| Prüfung durch die Bank | erste Prüfung von Einkommen und Eigenkapital | vollständige Prüfung von Person und Objekt | abgeschlossen |
| Verbindlichkeit | unverbindlich, je nach Wortlaut | verbindlicher, Bank kann bei falschen Angaben zurücktreten | rechtlich bindend, mit Widerrufsrecht |
| Typischer Zeitpunkt | vor der Besichtigung | nach Wahl des Objekts | vor dem Notartermin |
| Kosten | in der Regel keine | in der Regel keine | Zinsen laut Vertrag, ggf. Bereitstellungszinsen |
Selbst eine verbindliche Zusage kann die Bank zurückziehen, etwa wenn du falsche Angaben gemacht hast oder sich die Zinsen stark verändern (Quelle: biallo.de, Stand 10/2024). Deshalb ist der Darlehensvertrag der entscheidende Schritt. Welche Darlehensform zu dir passt, liest du unter Darlehensarten im Vergleich.
Wie lange ist eine Finanzierungsbestätigung gültig?
Eine Finanzierungsbestätigung gilt üblicherweise etwa sechs Monate; ändert sich vorher deine finanzielle Lage – etwa durch einen Jobwechsel, Elternzeit oder einen neuen Kredit –, solltest du eine neue anfordern (Quelle: biallo.de, Stand 10/2024). Viele Banken schreiben die Gültigkeit direkt in das Schreiben.
Eine Garantie auf einen bestimmten Zins enthält die Bestätigung nicht. Steigen die Bauzinsen zwischen Bestätigung und Darlehensvertrag, kann deine Monatsrate höher ausfallen oder die mögliche Kreditsumme sinken. Den aktuellen Stand findest du unter Bauzinsen 2026. Rechne lieber mit einem etwas höheren Beispielzins, damit du Spielraum hast.
Welche Unterlagen brauchst du für die Finanzierungsbestätigung?
Für die Finanzierungsbestätigung brauchst du vor allem Nachweise über dein Einkommen, deine Ausgaben, dein Eigenkapital und laufende Kredite; für die spätere objektbezogene Zusage kommen Unterlagen zur Immobilie dazu (Quelle: biallo.de, Stand 10/2024).
- Einkommen: bei Angestellten die letzten Gehaltsabrechnungen, bei Selbstständigen Steuerbescheide und betriebswirtschaftliche Auswertungen (mehr dazu unter Baufinanzierung für Selbstständige).
- Ausgaben und Verpflichtungen: Miete, Versicherungen, Unterhalt, laufende Kredite und Leasingraten.
- Eigenkapital: Kontoauszüge, Spar- oder Bausparnachweise, Schenkungsverträge.
- Ausweis und gegebenenfalls Eigentumsnachweise über andere Immobilien.
- Für die Zusage zusätzlich: Exposé, Grundbuchauszug, Grundrisse, Wohnflächenberechnung, Baupläne oder Kostenaufstellung, bei Wohnungen Teilungserklärung (Quelle: biallo.de, Stand 10/2024).
Je vollständiger deine Unterlagen sind, desto schneller und belastbarer fällt die Antwort aus. Eine Übersicht zum Abhaken bietet unsere Checkliste Baufinanzierung.
Was kostet eine Finanzierungsbestätigung?
Eine Finanzierungsbestätigung kostet in der Regel nichts; nur in seltenen Fällen verlangen Anbieter eine Bearbeitungsgebühr, daher solltest du vorher nachfragen (Quelle: biallo.de, Stand 10/2024). Auch Finanzierungszertifikate werden häufig kostenlos angeboten (Quelle: Schwäbisch Hall, Stand 07/2025).
Kosten entstehen erst später – und zwar beim Darlehensvertrag: über die Zinsen, gegebenenfalls über Bereitstellungszinsen und über die Kosten der Grundschuld bei Notar und Grundbuch. Diese Nebenkosten solltest du von Anfang an in deine Planung aufnehmen, am besten mit dem Kaufnebenkostenrechner.
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In welcher Reihenfolge laufen Bestätigung, Darlehensvertrag und Notartermin?
Die sichere Reihenfolge lautet: erst Finanzierungsbestätigung, dann Objekt auswählen und Zusage einholen, dann Darlehensvertrag unterschreiben und erst danach den Kaufvertrag beim Notar beurkunden. Denn nach der Unterschrift beim Notar kommst du nicht mehr einfach aus dem Kaufvertrag heraus, wenn die Bank doch nicht finanziert (Quelle: Schwäbisch Hall, Stand 07/2025).
- Budget klären und Finanzierungsbestätigung einholen.
- Immobilie finden, besichtigen und die Unterlagen zum Objekt an die Bank geben.
- Bewertung durch die Bank abwarten – mehr dazu unter Immobilienbewertung.
- Darlehensvertrag unterschreiben, wenn Konditionen und Auszahlungsbedingungen passen.
- Kaufvertrag beurkunden lassen und Grundschuld bestellen.
- Auszahlung, sobald der Notar den Kaufpreis fällig stellt.
Ohne gesicherte Finanzierung riskierst du, auf den Erwerbsnebenkosten sitzen zu bleiben, wenn keine Bank finanziert – und eine geleistete Anzahlung unter Umständen ebenfalls (Quelle: biallo.de, Stand 10/2024). Den ganzen Weg in zehn Schritten zeigt der Ratgeber Baufinanzierung 2026: Der komplette Ablauf.
Welches Widerrufsrecht hast du beim Darlehensvertrag nach § 495 BGB?
Beim Verbraucherdarlehen – also auch bei deiner Baufinanzierung – hast du ein Widerrufsrecht: Du kannst den Darlehensvertrag innerhalb von 14 Tagen ohne Begründung widerrufen (Quelle: § 495 Abs. 1 BGB und § 355 BGB, Stand 10/2026). Der Widerruf erfolgt durch eine eindeutige Erklärung gegenüber der Bank. Zur Fristwahrung reicht es, dass du ihn rechtzeitig absendest (Quelle: § 355 Abs. 1 BGB).
- Beginn der Frist: Die Frist beginnt nicht, bevor dir die Bank deine Vertragsurkunde oder eine Abschrift übergeben hat. Fehlen Pflichtangaben zum Widerrufsrecht, beginnt sie erst, wenn diese nachgeholt sind – dann beträgt die Frist einen Monat (Quelle: § 356b BGB, Stand 10/2026).
- Spätestes Ende: Bei einem Immobiliar-Verbraucherdarlehen erlischt das Widerrufsrecht spätestens zwölf Monate und 14 Tage nach Vertragsschluss (Quelle: § 356b Abs. 2 BGB, Stand 10/2026).
- Ausnahme notarielle Beurkundung: Muss ein Darlehensvertrag notariell beurkundet werden und bestätigt der Notar die Wahrung deiner Rechte, entfällt das Widerrufsrecht. Bei Immobiliar-Verbraucherdarlehen muss dir die Bank dann vorher mindestens sieben Tage Bedenkzeit geben (Quelle: § 495 Abs. 2 und 3 BGB, Stand 10/2026).
Praktisch heißt das: Unterschreibst du den Darlehensvertrag kurz vor dem Notartermin, kannst du theoretisch noch widerrufen – den Kaufvertrag beim Notar aber nicht. Prüfe den Kreditvertrag deshalb vor der Unterschrift genau, statt dich auf den Widerruf zu verlassen.
Wann drohen Bereitstellungszinsen?
Bereitstellungszinsen drohen, wenn deine Bank den Kredit nach Ablauf einer bereitstellungszinsfreien Zeit – meist drei bis zwölf Monate – noch nicht vollständig ausgezahlt hat; sie fallen für den nicht abgerufenen Betrag an (Quelle: Verbraucherzentrale, Stand 11/2025). Die freie Zeit beginnt in der Regel mit dem Abschluss des Kreditvertrags und ist je nach Bank unterschiedlich geregelt (Quelle: Sparkasse.de, Stand 10/2026).
Beim Kauf einer Bestandsimmobilie wird der Kredit meist in einer Summe ausgezahlt, wenn der Notar den Kaufpreis fällig stellt. Das Risiko ist überschaubar, solange der Grundbucheintrag der Vormerkung nicht ungewöhnlich lange dauert. Beim Neubau oder bei Sanierungen wird dagegen in Raten abgerufen – hier können Bereitstellungszinsen spürbar werden. Die Verbraucherzentrale rät, die bereitstellungszinsfreie Zeit zu verhandeln (Quelle: Verbraucherzentrale, Stand 11/2025).
Rechenbeispiel: Bereitstellungszinsen
Angenommen, du hast einen Kredit über 300.000 Euro abgeschlossen, die bereitstellungszinsfreie Zeit ist abgelaufen und die Auszahlung verzögert sich um vier Monate. Bei einem Bereitstellungszins von 0,25 Prozent pro Monat – diesen Wert nutzt auch die Sparkasse in ihrem Rechenbeispiel (Quelle: Sparkasse.de, Stand 10/2026) – zahlst du 750 Euro pro Monat, über vier Monate also 3.000 Euro (Beispiel, Berechnung der Redaktion). Wer den Darlehensvertrag nicht zu früh, aber rechtzeitig vor dem Notartermin unterschreibt, hält dieses Risiko klein. Mehr dazu unter Bereitstellungszinsen.
Häufige Fragen
Ist eine Finanzierungsbestätigung verbindlich?
Meist nicht. Sie ist je nach Formulierung unterschiedlich verbindlich, Formulierungen wie grundsätzlich bereit sind unverbindlich. Sicher ist die Finanzierung erst mit dem unterschriebenen Darlehensvertrag.
Wie lange gilt eine Finanzierungsbestätigung?
Üblicherweise etwa sechs Monate. Ändert sich deine finanzielle Situation vorher, solltest du eine neue Bestätigung anfordern (Quelle: biallo.de, Stand 10/2024).
Kostet eine Finanzierungsbestätigung Geld?
In der Regel nicht. Nur selten verlangen Anbieter eine Bearbeitungsgebühr, deshalb lohnt es sich, vorher nachzufragen.
Sollte der Darlehensvertrag vor dem Notartermin unterschrieben sein?
Ja. Nach der Beurkundung kommst du aus dem Kaufvertrag nicht ohne Weiteres heraus, auch wenn die Bank nicht finanziert. Unterschreibe den Darlehensvertrag deshalb vor dem Notartermin.
Kann ich einen Baukredit widerrufen?
Ja. Beim Verbraucherdarlehen hast du nach § 495 BGB ein Widerrufsrecht von 14 Tagen ohne Begründung. Bei Immobiliar-Verbraucherdarlehen erlischt es spätestens zwölf Monate und 14 Tage nach Vertragsschluss (§ 356b BGB).
Brauche ich für jede Bank eine eigene Finanzierungsbestätigung?
Ja, jede Bank stellt ihre Bestätigung nur für sich aus. Mehrere Bestätigungen sind möglich, verpflichten dich aber zu nichts. Gib Maklern nur die Bestätigung, nicht deine Gehaltsnachweise.
Quellen
- § 495 BGB – Widerrufsrecht; Bedenkzeit
- § 356b BGB – Widerrufsrecht bei Verbraucherdarlehensverträgen
- § 355 BGB – Widerrufsrecht bei Verbraucherverträgen
- Verbraucherzentrale: Häufige Fragen rund um Hauskauf und Hauskredit
- biallo.de: Finanzierungsbestätigung – mehr Sicherheit beim Immobilienkauf
- Schwäbisch Hall: Finanzierungsbestätigung
- Sparkasse.de: Bereitstellungszinsen
