Grundstück kaufen und finanzieren: Preise, Nebenkosten, Bebauungsplan

Worauf du beim Grundstückskauf achten musst: Bodenrichtwert, Bebauungsplan, Bodengutachten, Erschließung, Nebenkosten und wie Banken Bauland finanzieren.

Bevor du ein Grundstück kaufst, prüfe drei Dinge: den Bodenrichtwert als Preisanker, den Bebauungsplan als Rahmen für dein Haus und die Erschließung als Kostenfaktor. Rechne zum Kaufpreis Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und oft eine volle Maklerprovision hinzu. Finanzieren lässt sich ein Grundstück am einfachsten zusammen mit dem Hausbau – für reines Bauland ohne Bauvorhaben sind Banken meist zurückhaltend.

Das Wichtigste: Baureifes Land kostete 2025 in Bayern im Schnitt 428 € je m², in München 3.455 €, in Oberfranken 130 € (Bayerisches Landesamt für Statistik). Bodenrichtwerte findest du kostenlos über BORIS-D oder die Portale der Länder. Die gesetzliche Teilung der Maklerprovision gilt nicht für unbebaute Grundstücke. Plane Bodengutachten und Erschließung ein, bevor du unterschreibst.

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Was kostet Bauland?

Grundstückspreise schwanken regional stärker als Hauspreise. Ein paar amtliche Werte zur Einordnung:

RegionDurchschnittlicher KaufwertQuelle / Stand
Bayern, baureifes Land428 €/m²Bayerisches Landesamt für Statistik, 2025
Landeshauptstadt München, baureifes Land3.455 €/m²Bayerisches Landesamt für Statistik, 2025
Regierungsbezirk Oberfranken, baureifes Land130 €/m²Bayerisches Landesamt für Statistik, 2025
Sachsen-Anhalt, Bauland insgesamt36,75 €/m²Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, 2025

Durchschnittliche Kaufwerte aus tatsächlichen Verkäufen, keine Angebotspreise. Einzelne Lagen weichen stark ab. Stand der Abfrage: 27. September 2026.

Das Angebot ist knapp: Laut Immobilienmarktbericht Deutschland 2025 der Gutachterausschüsse wurden 2024 rund 46.200 Bauplätze für Ein- und Zweifamilienhäuser verkauft – etwa halb so viele wie im Durchschnitt der 2010er-Jahre. Wie Banken den Wert von Grundstück und Haus für die Finanzierung ansetzen, erklärt unser Beitrag zur Immobilienbewertung.

Bodenrichtwert: der erste Preis-Check

Der Bodenrichtwert ist ein durchschnittlicher Lagewert je Quadratmeter, den der örtliche Gutachterausschuss aus tatsächlichen Kaufpreisen ableitet. Über das länderübergreifende Portal BORIS-D kannst du ihn für viele Bundesländer kostenlos auf der Karte abrufen; einige Länder bieten eigene Portale an.

  • Richtwert, kein Preisschild: Er gilt für ein typisches Grundstück der Zone. Größe, Zuschnitt, Hanglage oder eine fehlende Erschließung verändern den Wert.
  • Erschließungszustand beachten: Im Bodenrichtwert ist angegeben, ob er für erschließungsbeitragsfrei oder -pflichtig gilt. Das kann schnell einen fünfstelligen Unterschied machen.
  • Stichtag prüfen: Bodenrichtwerte werden mindestens alle zwei Jahre ermittelt (§ 196 BauGB). In Märkten mit Bewegung kann der aktuelle Preis abweichen.

Bebauungsplan und Bauvoranfrage

Ob und wie du bauen darfst, regelt das Baurecht. Liegt das Grundstück im Geltungsbereich eines Bebauungsplans, bestimmt dieser die Spielregeln (§ 30 BauGB): Art der Nutzung, Grundflächenzahl, Zahl der Vollgeschosse, Dachform, Baugrenzen. Ohne Bebauungsplan im Ortskern muss sich dein Haus in die Umgebung einfügen (§ 34 BauGB). Im Außenbereich ist privates Wohnen nur in Ausnahmefällen zulässig (§ 35 BauGB).

  • Bebauungsplan einsehen: Beim Bauamt oder im Geoportal der Gemeinde, inklusive textlicher Festsetzungen.
  • Bauvoranfrage stellen: Wenn dein Hausentwurf an Grenzen stößt oder kein Bebauungsplan besteht, klärt ein Vorbescheid nach der Landesbauordnung verbindlich einzelne Fragen – etwa ob ein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung zulässig ist. Die Gebühren richten sich nach Landesrecht.
  • Baulasten und Grundbuch: Prüfe das Baulastenverzeichnis und Abteilung II des Grundbuchs auf Wegerechte, Leitungsrechte oder Vorkaufsrechte.
Vermesser-Stativ auf einem Grundstück, Himmel im Hintergrund

Bodengutachten und Erschließung

Was im Boden steckt, bestimmt die Gründungskosten. Ein Baugrundgutachten klärt Tragfähigkeit, Grundwasser und mögliche Altlasten. Es ist die Grundlage für die Statik – bei Hanglagen, Lehmböden oder hohem Grundwasser können Keller oder Bodenplatte deutlich teurer werden. Idealerweise lässt du es vor dem Notartermin erstellen oder machst den Kauf davon abhängig.

Bei der Erschließung unterscheidest du zwei Kostenarten:

  • Erschließungsbeiträge: Für die erstmalige Herstellung von Straße, Beleuchtung oder Entwässerung kann die Gemeinde Beiträge erheben; sie trägt nach § 129 BauGB mindestens 10 % des beitragsfähigen Aufwands selbst. Kläre im Kaufvertrag, ob das Grundstück bereits abgerechnet ist und wer künftige Bescheide zahlt.
  • Hausanschlüsse: Strom, Wasser, Abwasser und Telekommunikation zahlst du beim Bau extra an die Versorger. Diese Kosten gehören zu den Baunebenkosten.

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Nebenkosten beim Grundstückskauf

Die Kaufnebenkosten fallen auf den Grundstückspreis an – und beim Kauf von einem Bauträger auf Grundstück und Haus zusammen. Die Höhe der Grunderwerbsteuer legt jedes Bundesland selbst fest, in Niedersachsen und Bremen etwa 5,0 %. Für Notar und Grundbuch rechnest du grob 1,5 %. Beim Makler gilt: Die gesetzliche Teilung der Provision zwischen Käufer und Verkäufer (§ 656c BGB) erfasst nur Wohnungen und Einfamilienhäuser – bei einem unbebauten Grundstück kann die volle Provision beim Käufer liegen. Verhandeln lohnt sich.

Rechenbeispiel: 600 m² Bauland in Niedersachsen

PositionBerechnungBetrag
Kaufpreis600 m² × 250 €/m² (Annahme)150.000 €
Grunderwerbsteuer5,0 % (Niedersachsen)7.500 €
Notar und Grundbuchca. 1,5 %2.250 €
Maklerprovision3,57 % inkl. USt (Annahme, frei verhandelbar)5.355 €
BodengutachtenAnnahme1.500 €
Erschließungsbeitragnur wenn noch nicht abgerechnet, Annahme20.000 €
Summe186.605 €

Beispiel, gerundet. Hausanschlüsse, Vermessung und Baugenehmigung kommen beim Bau hinzu. Stand: 27. September 2026.

Die Kaufnebenkosten für dein eigenes Bundesland rechnest du mit dem Kaufnebenkosten-Rechner durch.

Grundstück finanzieren – mit oder ohne sofortigen Bau

Die meisten Bauherren finanzieren Grundstück und Haus in einem Paket. Die Bank bewertet dann das fertige Objekt als Sicherheit, und das Grundstück wird aus dem ersten Darlehensabruf oder aus Eigenkapital bezahlt. In der Praxis setzen Banken voraus, dass das Eigenkapital vorrangig in Grundstück und Nebenkosten fließt.

Schwieriger ist ein Grundstückskauf ohne konkretes Bauvorhaben. Unbebautes Land bringt keine Mieteinnahmen, ist schwerer zu verwerten und wird von vielen Banken deshalb nur mit höherem Eigenkapital, kürzerer Laufzeit oder gar nicht finanziert. Diese Punkte solltest du kennen:

  • Bauplan vorlegen: Mit Entwurf, Kostenschätzung und Zeitplan steigen die Chancen auf eine Gesamtfinanzierung deutlich.
  • Bauverpflichtung: Kommunale Grundstücke werden oft nur mit Baupflicht innerhalb einer Frist verkauft, sonst droht ein Rückkaufrecht der Gemeinde. Lies die Klausel genau.
  • Grundsteuer C: Seit 2025 dürfen Gemeinden für baureife, unbebaute Grundstücke einen erhöhten Hebesatz festlegen (§ 25 Abs. 5 GrStG). Liegenlassen kann teurer werden.
  • Bereitstellungszinsen: Liegen zwischen Grundstückskauf und Baubeginn viele Monate, kann der nicht abgerufene Darlehensteil Bereitstellungszinsen kosten. Plane die Abrufe entsprechend.

Weiterlesen: Hausbau-Kosten 2026 · Anbau finanzieren · Nachfinanzierung und Zwischenfinanzierung · Erbbaurecht finanzieren

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Häufige Fragen

Wo finde ich den Bodenrichtwert für ein Grundstück?

Kostenlos über das Portal BORIS-D oder das Bodenrichtwertportal deines Bundeslandes. Der Wert stammt vom örtlichen Gutachterausschuss und ist ein Durchschnittswert je Quadratmeter für die Zone.

Wie hoch sind die Nebenkosten beim Grundstückskauf?

Grunderwerbsteuer je nach Bundesland (in Niedersachsen 5,0 %), Notar und Grundbuch rund 1,5 % und gegebenenfalls Maklerprovision. Hinzu kommen je nach Grundstück Bodengutachten, Vermessung und Erschließungskosten.

Muss ich beim Grundstückskauf die ganze Maklerprovision zahlen?

Möglicherweise ja. Die gesetzliche Teilung nach § 656c BGB gilt nur für Wohnungen und Einfamilienhäuser, nicht für unbebaute Grundstücke. Die Provision ist aber verhandelbar.

Finanziert die Bank ein Grundstück ohne Hausbau?

Das ist schwieriger. Viele Banken finanzieren reines Bauland nur mit hohem Eigenkapital oder gar nicht. Mit einem konkreten Bauvorhaben ist eine Gesamtfinanzierung deutlich einfacher.

Wann lohnt sich eine Bauvoranfrage?

Wenn kein Bebauungsplan existiert oder dein Hausentwurf von den Festsetzungen abweicht. Der Vorbescheid gibt dir vor dem Kauf Sicherheit, ob dein Vorhaben genehmigungsfähig ist.

Über diese Inhalte

Erstellt und geprüft von der Redaktion dein-hauskredit.de nach unseren redaktionellen Auswahlkriterien. Stand: 27. September 2026.

Quellen:

dein-hauskredit.de ist eine Informationsplattform und leitet Anfragen kostenlos an ein Netzwerk von Finanzierungsexperten weiter. Wir beraten nicht selbst. Die Inhalte ersetzen keine individuelle Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung. Angaben ohne Gewähr – maßgeblich sind die aktuellen Bedingungen der Banken und Förderinstitute.

Zuletzt aktualisiert am 27. September 2026 · Redaktion dein-hauskredit.de

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