Baunebenkosten sind alle Kosten rund um den Hausbau, die nicht im Angebot deiner Baufirma stehen: Erschließung, Hausanschlüsse, Baugenehmigung, Vermessung, Bodengutachten, Versicherungen und Außenanlagen. Kalkuliere dafür 15 bis 20 Prozent der Bausumme – bei 350.000 € Bausumme also rund 52.000 bis 70.000 €. Wer sie vergisst, hat am Ende ein fertiges Haus ohne Zufahrt und ohne Geld.
Die größten Posten bei 350.000 € Bausumme
Typische Größenordnungen für ein Einfamilienhaus, ohne Grundstückskosten.
Nicht verwechseln: Baunebenkosten und Kaufnebenkosten sind nicht dasselbe. Kaufnebenkosten fallen beim Erwerb des Grundstücks an (Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, Makler). Baunebenkosten entstehen zusätzlich beim Bauen. Beim Neubau zahlst du beides – deshalb liegt der Eigenkapitalbedarf hier deutlich höher als beim Kauf einer Bestandsimmobilie.
Die vier Kostenblöcke im Überblick
1. Rund um das Grundstück
Bevor gebaut wird, fällt der Grundstückskauf an – mit Grunderwerbsteuer je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent, Notar und Grundbuch mit rund 1,5 bis 2 Prozent und gegebenenfalls Maklerprovision. Dazu kommen Erschließungsbeiträge der Gemeinde, wenn das Grundstück noch nicht voll erschlossen ist. Die genaue Summe rechnest du mit unserem Kaufnebenkostenrechner aus.

2. Planung und Genehmigung
| Position | Größenordnung |
|---|---|
| Baugenehmigung und Bauantrag | 0,7 – 1,2 % der Bausumme |
| Architekten- und Ingenieurleistungen | bei freier Planung 15 – 20 % der Bausumme, beim Fertighaus meist enthalten |
| Statik und Prüfstatik | 1.000 – 2.000 € |
| Bodengutachten | 350 – 2.000 € |
| Vermessung und Einmessung | 2.000 – 3.000 € |
| Energieausweis und Nachweise | 300 – 800 € |
Das Bodengutachten ist der Posten, an dem am häufigsten gespart wird – und der am teuersten wird, wenn sich später Fels, Grundwasser oder Altlasten zeigen.
3. Während der Bauzeit
- Hausanschlüsse für Strom, Wasser, Abwasser, Telekommunikation und gegebenenfalls Gas: zusammen meist 8.000 bis 15.000 €.
- Baustrom und Bauwasser: 1.000 bis 2.500 € für den gesamten Bauzeitraum.
- Bauversicherungen: Bauherrenhaftpflicht, Bauleistungsversicherung und Feuerrohbauversicherung, zusammen 0,5 bis 1,0 Prozent der Bausumme.
- Baubegleitung durch einen unabhängigen Sachverständigen: 1.500 bis 3.000 €. Das ist das Geld, das sich am ehesten selbst zurückzahlt.
- Bereitstellungszinsen, wenn sich der Bau verzögert. Wie schnell das teuer wird, zeigt unsere Seite zu den Bereitstellungszinsen.

4. Nach dem Einzug fällig, aber vorher einzuplanen
Außenanlagen sind der meistunterschätzte Posten überhaupt: Zufahrt, Terrasse, Zaun, Rasen und Carport summieren sich schnell auf 15.000 bis 30.000 €. Dazu kommen Küche, Bodenbeläge, falls nicht im Bauvertrag enthalten, und der Umzug selbst.
Rechne die Baunebenkosten in deine Finanzierung ein, nicht daneben. Wir holen dir Angebote ein, die Bausumme, Nebenkosten und einen Puffer abdecken.
Neubaufinanzierung anfragen →Beispielrechnung: Neubau in Niedersachsen
| Position | Betrag |
|---|---|
| Grundstück (600 m²) | 120.000 € |
| Grunderwerbsteuer 5 % | 6.000 € |
| Notar und Grundbuch | 2.200 € |
| Bausumme schlüsselfertig | 350.000 € |
| Baunebenkosten (Genehmigung, Statik, Vermessung, Gutachten, Versicherungen, Baustrom) | 14.300 € |
| Erschließung und Hausanschlüsse | 20.000 € |
| Außenanlagen | 22.000 € |
| Gesamtkosten | 534.500 € |
Ohne Küche, Möbel und Umzug. Gegenüber der reinen Bausumme von 350.000 € liegen die tatsächlichen Gesamtkosten hier um mehr als 50 Prozent höher.
Wo du wirklich sparen kannst
- Voll erschlossenes Grundstück kaufen. Erschließungsbeiträge der Gemeinde können fünfstellig werden – frag vor dem Kauf schriftlich nach, was noch offen ist.
- Eigenleistung gezielt einsetzen. Malerarbeiten, Bodenbeläge und Außenanlagen eignen sich, Elektrik und Sanitär nicht. Banken erkennen Eigenleistung teilweise als Eigenkapital an, meist bis 10 bis 15 Prozent der Bausumme.
- Angebote inhaltlich vergleichen, nicht nur preislich. Eine Bau- und Leistungsbeschreibung, die Bodenplatte, Hausanschlüsse oder Erdarbeiten ausklammert, ist kein günstiges Angebot, sondern ein unvollständiges.
- Puffer einplanen statt Kredit nachfinanzieren. Nachfinanzierungen sind teurer als der ursprüngliche Kredit. Fünf bis zehn Prozent Reserve auf die Gesamtkosten sind realistisch.
- Förderung früh prüfen. Anträge für KfW-Programme müssen vor Vertragsabschluss gestellt werden – ein Blick in den Fördermittelrechner lohnt sich vor der Unterschrift.
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Häufige Fragen
Wie hoch sind die Baunebenkosten beim Hausbau?
Rechne mit 15 bis 20 Prozent der Bausumme. Bei einem Haus für 350.000 € sind das 52.500 bis 70.000 €. Kommen Grundstückskauf und Außenanlagen dazu, liegt der Aufschlag auf die reine Bausumme oft bei 50 Prozent und mehr.
Zählen die Baunebenkosten zu den Gesamtkosten der Finanzierung?
Ja, und sie gehören unbedingt in den Finanzierungsantrag. Banken finanzieren Baunebenkosten mit, wenn sie belegt und plausibel kalkuliert sind. Wer sie verschweigt, bekommt eine zu kleine Darlehenssumme und muss später teuer nachfinanzieren.
Was kostet die Erschließung eines Grundstücks?
Die Hausanschlüsse für Strom, Wasser, Abwasser und Telekommunikation liegen zusammen meist bei 8.000 bis 15.000 €. Sind zusätzlich Erschließungsbeiträge nach Baugesetzbuch offen, können weitere 10.000 bis 20.000 € dazukommen. Die Gemeinde gibt dazu verbindlich Auskunft.
Brauche ich wirklich ein Bodengutachten?
Ja. Es kostet wenige hundert bis zweitausend Euro und verhindert im Zweifel fünfstellige Mehrkosten für Spezialgründung, Wasserhaltung oder Bodenaustausch. Ohne Gutachten trägst du das Baugrundrisiko in der Regel selbst.
Sind Baunebenkosten steuerlich absetzbar?
Bei Selbstnutzung grundsätzlich nicht. Bei einem Neubau zur Vermietung gehören sie zu den Herstellungskosten und wirken sich über die Abschreibung aus – Finanzierungskosten wie Bereitstellungszinsen sind dagegen sofort als Werbungskosten abziehbar.
Wie viel Eigenkapital brauche ich beim Neubau?
Mehr als beim Kauf. Üblich sind 20 Prozent der Gesamtkosten, mindestens aber sämtliche Kaufnebenkosten des Grundstücks plus die Posten, die Banken ungern finanzieren – etwa Außenanlagen und Küche.
Kann ich Eigenleistung als Eigenkapital einbringen?
Teilweise ja. Banken erkennen die sogenannte Muskelhypothek meist bis 10 bis 15 Prozent der Bausumme an, verlangen aber einen nachvollziehbaren Nachweis, welche Gewerke du wirklich selbst übernimmst – und realistische Zeitpläne.
Über diese Inhalte
Erstellt und geprüft von der Redaktion dein-hauskredit.de nach unseren redaktionellen Auswahlkriterien. Stand: 24. September 2026.
Quellen:
- DIN 276 – Kosten im Bauwesen, Kostengruppe 700 (Baunebenkosten)
- Baugesetzbuch – Erschließungsbeitrag (§§ 127 ff. BauGB)
- Verbraucherzentrale – Hausbau: Kosten realistisch kalkulieren
- KfW – Förderprodukte für Neubau und Sanierung
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Zuletzt aktualisiert am 24. September 2026 · Redaktion dein-hauskredit.de