Wohnimmobilien in Deutschland waren im 2. Quartal 2026 laut Statistischem Bundesamt 0,6 % teurer als ein Jahr zuvor – die Preise steigen also wieder, aber nur leicht. Das Niveau liegt noch rund 6 % unter dem Durchschnitt des Rekordjahres 2022. Regional sind die Unterschiede enorm: Baureifes Land kostete 2025 in München im Schnitt 3.455 € je m², in Oberfranken 130 €.
Stand der Daten: Häuserpreisindex des Statistischen Bundesamts für das 2. Quartal 2026 (veröffentlicht am 24.09.2026), vdp-Immobilienpreisindex für das 2. Quartal 2026 (August 2026), Bundesbank-Monatsbericht Februar 2026, Immobilienmarktbericht Deutschland 2025 der Gutachterausschüsse (Daten 2024), Baulandstatistik der Landesämter für 2025. Alle Werte beruhen auf tatsächlichen Kaufpreisen, nicht auf Inseraten.

Wie haben sich die Immobilienpreise entwickelt?
Der Häuserpreisindex des Statistischen Bundesamts misst die Preise tatsächlich verkaufter Häuser und Wohnungen auf Basis der Kaufpreissammlungen der Gutachterausschüsse. Nach Jahren kräftiger Anstiege brachte die Zinswende 2022 den Einbruch: 2023 fiel der Index um 8,5 %, 2024 um weitere 1,5 %. Seit 2025 geht es wieder aufwärts.
Häuserpreisindex Deutschland
Wohnimmobilien insgesamt, Index 2025 = 100
Zum Vergleich: Vom Jahresdurchschnitt 2022 (107,5) bis zum 2. Quartal 2026 (100,6) liegt das Minus bei rund 6,4 %. Neubauten verteuerten sich zuletzt stärker (+1,5 % zum Vorjahresquartal) als Bestandsimmobilien (+0,5 %).
Die aktuellen Zahlen im Überblick
- Statistisches Bundesamt, 2. Quartal 2026: +0,6 % gegenüber dem Vorjahresquartal, +0,3 % gegenüber dem Vorquartal. Der Wert für das 1. Quartal wurde auf +1,2 % korrigiert.
- vdp-Immobilienpreisindex, 2. Quartal 2026: Wohnimmobilien +1,9 % zum Vorjahr, Eigentumswohnungen +2,6 %, Einfamilienhäuser +2,0 %, Mehrfamilienhäuser +1,6 %. Der Index beruht auf Transaktionsdaten von über 700 Kreditinstituten.
- Mieten: Die Neuvertragsmieten in Mehrfamilienhäusern stiegen laut vdp um 3,2 %. Die Bundesbank nennt für 2025 ein Plus der Neuvertragsmieten von 3,7 % bundesweit.
- Bewertung: Laut Bundesbank-Monatsbericht Februar 2026 entwickelten sich die Preise 2025 „weitgehend im Einklang mit den Fundamentaldaten“. Nach Einschätzung der Bundesbank lagen sie damit etwa auf dem Niveau, das soziodemografische und wirtschaftliche Faktoren rechtfertigen.
Warum weichen die Zahlen voneinander ab? Die Indizes nutzen unterschiedliche Datenquellen, Gewichtungen und Qualitätsbereinigungen. Für die Richtung sind sie sich einig: leichte Aufwärtsbewegung, keine Rückkehr zu den Sprüngen der Jahre bis 2021.

Regionale Unterschiede: Stadt, Speckgürtel, Land
Der Bundesdurchschnitt verdeckt große Spannen. Das Statistische Bundesamt weist die Entwicklung nach Regionstypen aus:
| Regionstyp (Destatis) | Eigentumswohnungen | Ein- und Zweifamilienhäuser |
|---|---|---|
| Top-7-Metropolen | −0,4 % | +0,7 % |
| Kreisfreie Großstädte ohne Top 7 | +2,0 % | +0,7 % |
| Dichter besiedelte ländliche Kreise | −1,8 % | +1,0 % |
| Dünn besiedelte ländliche Kreise | −0,6 % | −0,4 % |
Veränderung 2. Quartal 2026 gegenüber 2. Quartal 2025. Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 24.09.2026. Top 7: Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart, Düsseldorf. Was das konkret für eine Finanzierung im Norden bedeutet, steht unter Baufinanzierung in Hamburg.
Noch deutlicher werden die Unterschiede bei den absoluten Preisen:
- Häuser: Freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser kosteten laut Immobilienmarktbericht Deutschland 2025 der Gutachterausschüsse im mittleren Preissegment rund 2.400 € je m² Wohnfläche (Daten 2024).
- Bauland: In Bayern kostete baureifes Land 2025 durchschnittlich 428 € je m², in München 3.455 €, in Oberfranken 130 € (Bayerisches Landesamt für Statistik). In Sachsen-Anhalt lag der Durchschnitt für Bauland bei 36,75 € je m² (Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt).
- Lokale Werte: Die Immobilienmarktberichte der örtlichen Gutachterausschüsse und die Bodenrichtwerte sind die genaueste Quelle für deine Stadt oder deinen Kreis.
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Finanzierung anfragen →Baukosten: Warum Neubau teurer bleibt
Parallel zu den Kaufpreisen steigen die Baukosten weiter. Die Baupreise für Wohngebäude lagen im Mai 2026 um 5,0 % über dem Vorjahr (Destatis). Gleichzeitig wurden 2025 nur 206.600 Wohnungen fertiggestellt, 18 % weniger als im Vorjahr und so wenige wie seit 2012 nicht mehr. Knappes Angebot und hohe Baukosten stützen die Preise, besonders für Neubauten.
Was bedeuten die Preise für deine Finanzierung?
Ob jetzt ein guter Zeitpunkt ist, kann niemand verlässlich sagen – auch die amtlichen Statistiken zeigen nur die Vergangenheit. Für deine Entscheidung zählen andere Fragen:
- Passt der Preis zur Lage? Vergleiche den Angebotspreis mit dem lokalen Marktbericht und dem Bodenrichtwert. Die Bank prüft ohnehin den Beleihungswert – liegt er deutlich unter dem Kaufpreis, brauchst du mehr Eigenkapital. Mehr dazu unter Immobilienbewertung.
- Kaufen oder mieten? Steigende Mieten verbessern die Rechnung für Käufer, hohe Zinsen verschlechtern sie. Vergleiche beides mit dem Mieten-oder-Kaufen-Rechner.
- Tragbarkeit vor Wertsteigerung: Plane so, dass die Rate auch ohne Preissteigerung tragbar ist. Welcher Kaufpreis zu deinem Einkommen passt, zeigt der Budget-Rechner.
- Eigenkapital und Nebenkosten: Je mehr Eigenkapital du einbringst, desto weniger trifft dich eine Preiskorrektur. Die Kaufnebenkosten solltest du immer aus eigenen Mitteln zahlen können.
- Zinsen im Blick: Eine Zinsänderung um einen Prozentpunkt verändert deine Rate oft stärker als ein paar Prozent Preisunterschied. Den aktuellen Stand erklärt unser Beitrag zu den Bauzinsen.
Weiterlesen: Ablauf Hauskauf · Haushaltsrechnung · Eigentumswohnung kaufen · Haus oder Wohnung kaufen? Kosten, Wert und Finanzierung im Vergleich
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Häufige Fragen
Wie haben sich die Immobilienpreise 2026 entwickelt?
Laut Statistischem Bundesamt lagen die Preise für Wohnimmobilien im 2. Quartal 2026 um 0,6 % über dem Vorjahresquartal und 0,3 % über dem Vorquartal. Der vdp-Index zeigt für Wohnimmobilien ein Plus von 1,9 %.
Sind Immobilien heute günstiger als 2022?
Im Schnitt ja: Der Häuserpreisindex lag im 2. Quartal 2026 rund 6 % unter dem Jahresdurchschnitt 2022. Regional und je nach Objektart sieht das aber sehr unterschiedlich aus.
Sind Immobilien in Deutschland überbewertet?
Die Bundesbank schreibt im Monatsbericht Februar 2026, dass sich die Wohnimmobilienpreise 2025 weitgehend im Einklang mit den Fundamentaldaten entwickelten.
Wo finde ich Immobilienpreise für meine Stadt?
In den Immobilienmarktberichten der örtlichen Gutachterausschüsse und bei den Bodenrichtwerten über BORIS-D oder das Landesportal. Diese Werte beruhen auf tatsächlichen Kaufpreisen.
Warum unterscheiden sich die Preisindizes?
Sie nutzen verschiedene Datenquellen und Methoden: Das Statistische Bundesamt wertet Kaufpreissammlungen der Gutachterausschüsse aus, der vdp Transaktionsdaten von Kreditinstituten. Angebotspreise aus Inseraten sind eine dritte, weniger belastbare Quelle.
Über diese Inhalte
Erstellt und geprüft von der Redaktion dein-hauskredit.de nach unseren redaktionellen Auswahlkriterien. Stand: 27. September 2026.
Quellen:
- Statistisches Bundesamt – Preise für Wohnimmobilien im 2. Quartal 2026: +0,6 % zum Vorjahresquartal
- Statistisches Bundesamt – Preisindizes für Wohnimmobilien: Indizes und Veränderungsraten
- vdp – Uneinheitliche Entwicklung der Immobilienpreise (2. Quartal 2026)
- Deutsche Bundesbank – Monatsbericht Februar 2026, Konjunktur in Deutschland
- Ministerium des Innern und für Kommunales Brandenburg – Immobilienmarktbericht Deutschland 2025
- Bayerisches Landesamt für Statistik – Pressemitteilung zum Quadratmeterpreis für baureifes Land 2025
- Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt – Preise für Bauland betrugen 2025 im Durchschnitt 36,75 EUR/m²
- Statistisches Bundesamt – Baupreise für Wohngebäude im Mai 2026: +5,0 % gegenüber Mai 2025
- Statistisches Bundesamt – 18,0 % weniger fertiggestellte Wohnungen im Jahr 2025
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Zuletzt aktualisiert am 27. September 2026 · Redaktion dein-hauskredit.de