Zuletzt aktualisiert am 14. September 2026 · Redaktion dein-hauskredit.de
Die Zuteilung ist der Zeitpunkt, ab dem dir die Bausparkasse die Bausparsumme – dein Guthaben plus das zinsgünstige Bauspardarlehen – zur Verfügung stellt. Voraussetzung sind in der Regel eine Mindestsparzeit, ein Mindestguthaben und eine ausreichend hohe Bewertungszahl. Einen festen Zuteilungstermin darf die Bausparkasse nicht garantieren.
Was bedeutet „Zuteilung“ beim Bausparvertrag?
Die Zuteilung ist der Moment, in dem dein Bausparvertrag „reif“ wird: Ab diesem Zeitpunkt stehen dir sowohl dein angespartes Guthaben als auch das vereinbarte Bauspardarlehen zur Verfügung. Vorher kannst du zwar in vielen Fällen bereits über das reine Sparguthaben verfügen, das zinsgünstige Bauspardarlehen bekommst du aber erst mit der Zuteilung. Wann genau dieser Zeitpunkt erreicht ist, hängt von mehreren Faktoren ab – und lässt sich nicht auf den Tag genau vorhersagen, wohl aber grob einschätzen.
Kurz erklärt: Ein Bausparvertrag wird zugeteilt, wenn er ein bestimmtes Mindestsparguthaben erreicht hat, eine Mindestwartezeit verstrichen ist und seine Bewertungszahl hoch genug ist, um in der Zuteilungsreihenfolge der Bausparkasse an der Reihe zu sein.
Die drei Voraussetzungen für die Zuteilung
Damit ein Bausparvertrag zugeteilt werden kann, müssen in aller Regel drei Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein. Erstens muss das sogenannte Mindestsparguthaben erreicht sein – meist ein bestimmter Prozentsatz der vereinbarten Bausparsumme, der je nach Tarif und Bausparkasse unterschiedlich hoch ausfällt. Zweitens muss eine vertraglich festgelegte Mindestsparzeit beziehungsweise Wartezeit seit Vertragsabschluss verstrichen sein. Und drittens muss die individuelle Bewertungszahl deines Vertrags einen bestimmten Zielwert erreichen, der sich aus dem jeweiligen Zuteilungsverfahren der Bausparkasse ergibt.
Erst wenn alle drei Bedingungen erfüllt sind, nimmt die Bausparkasse deinen Vertrag in die nächste Zuteilung auf. Fehlt auch nur eine Voraussetzung, verschiebt sich der Zeitpunkt entsprechend nach hinten.
Die Bewertungszahl: der entscheidende Faktor
Die Bewertungszahl ist eine rechnerische Kennziffer, mit der Bausparkassen die Sparleistung eines Vertrags im Verhältnis zur Bausparsumme und zur Zeit bewerten. Vereinfacht gesagt: Je mehr du im Verhältnis zur vereinbarten Bausparsumme einzahlst und je länger dein Guthaben bereits verzinst im Vertrag steht, desto höher steigt deine Bewertungszahl. Bausparkassen teilen ihre Verträge in der Regel in der Reihenfolge der Bewertungszahl zu, sobald auch die weiteren Voraussetzungen erfüllt sind – wer also überdurchschnittlich viel einzahlt, kann seine Zuteilung tendenziell beschleunigen.
Wie genau die Bewertungszahl berechnet wird, unterscheidet sich von Bausparkasse zu Bausparkasse und von Tarif zu Tarif. Die genauen Berechnungsparameter findest du in deinen Vertragsunterlagen beziehungsweise den allgemeinen Bedingungen für Bausparverträge (ABB) deiner Bausparkasse. Im eigenen Kundenportal der meisten Bausparkassen kannst du deine aktuelle Bewertungszahl außerdem jederzeit einsehen und so besser abschätzen, wie nah dein Vertrag der Zuteilung ist.
Wie du die Zuteilung beschleunigen kannst
Wer schneller an sein Bauspardarlehen kommen möchte, hat grundsätzlich zwei Hebel: höhere Einzahlungen und eine niedrigere Bausparsumme. Zahlst du regelmäßig mehr ein als den vertraglich vereinbarten Mindestbeitrag, oder leistest du zusätzlich Sonderzahlungen, steigt deine Bewertungszahl schneller und du erreichst das Mindestsparguthaben früher. Alternativ – vor allem wenn eine Anpassung der laufenden Sparraten nicht infrage kommt – bieten manche Bausparkassen die Möglichkeit, die vereinbarte Bausparsumme nachträglich zu reduzieren, wodurch das bereits vorhandene Guthaben prozentual einen größeren Anteil der (dann kleineren) Bausparsumme ausmacht.
Wichtig dabei: Eine schnellere Zuteilung bedeutet automatisch auch ein kleineres Bauspardarlehen, weil bei einer niedrigeren Bausparsumme auch der Darlehensanteil sinkt. Wer auf ein möglichst hohes Bauspardarlehen angewiesen ist, sollte diesen Trade-off vorab durchrechnen, statt allein auf eine schnelle Zuteilung zu optimieren.
Was passiert nach der Zuteilung?
Sobald dein Vertrag zuteilungsreif ist, informiert dich deine Bausparkasse in der Regel schriftlich und fragt an, ob du die Zuteilung annehmen möchtest. Diese Annahme ist wichtig: In vielen Fällen musst du der Zuteilung aktiv zustimmen, sonst verfällt sie und der Vertrag rutscht in der Zuteilungsreihenfolge wieder zurück. Nimmst du die Zuteilung an, erhältst du sowohl dein Guthaben als auch – sofern gewünscht – das Bauspardarlehen ausgezahlt beziehungsweise zur Auszahlung bereitgestellt, meist in dem Umfang und zu dem Zeitpunkt, den du für deine Finanzierung benötigst.
Du bist nach der Zuteilung übrigens nicht verpflichtet, das Bauspardarlehen tatsächlich in Anspruch zu nehmen. Brauchst du nur das Guthaben, etwa weil du deine Baufinanzierung anderweitig zu besseren Konditionen strukturierst, kannst du auf das Darlehen verzichten und nur das Guthaben abrufen.
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Kostenlos anfragen →Zuteilung ablehnen oder aufschieben
Passt der Zuteilungszeitpunkt nicht zu deinen Plänen – etwa weil sich der Kauf oder Bau deiner Immobilie verzögert –, kannst du die Zuteilung bei den meisten Bausparkassen ablehnen oder aufschieben, ohne den Vertrag zu verlieren. Der Vertrag bespart sich dann in der Regel weiter und rückt bei der nächsten passenden Zuteilungsrunde erneut vor. Wie lange sich eine Zuteilung aufschieben lässt und welche Fristen dabei gelten, ist von Bausparkasse zu Bausparkasse unterschiedlich geregelt – ein Blick in die Vertragsunterlagen oder eine kurze Nachfrage bei der Bausparkasse schafft hier schnell Klarheit.
Unterschiede zwischen Bausparkassen und Tarifen
Wie schnell ein Bausparvertrag im Durchschnitt zugeteilt wird, unterscheidet sich spürbar zwischen einzelnen Bausparkassen und selbst zwischen verschiedenen Tarifen derselben Bausparkasse. Manche Tarife sind bewusst auf eine schnelle Zuteilung ausgelegt und verlangen dafür höhere Mindestsparraten, andere setzen auf niedrige laufende Raten bei entsprechend längerer Ansparzeit. Welcher Tarif zu dir passt, hängt davon ab, ob du kurzfristig ein Bauspardarlehen benötigst oder eher langfristig planst und in erster Linie von der Verzinsung sowie der staatlichen Förderung profitieren möchtest.
Wenn du bereits einen bestehenden Bausparvertrag hast und unsicher bist, wie sich sein individuelles Zuteilungsverfahren von anderen Angeboten unterscheidet, hilft ein Blick in die dem Vertrag zugrunde liegenden Allgemeinen Bedingungen für Bausparverträge (ABB) weiter. Dort ist das genaue Berechnungsverfahren der Bewertungszahl für deinen konkreten Tarif verbindlich festgelegt.
Zuteilungstermin und Immobilienkauf zeitlich abstimmen
Gerade wenn du deinen Bausparvertrag gezielt als Baustein für den Kauf oder Bau einer Immobilie einsetzen möchtest, lohnt sich eine frühzeitige Abstimmung zwischen dem voraussichtlichen Zuteilungstermin und deinem geplanten Kauf- oder Baubeginn. Fällt die Zuteilung deutlich früher als benötigt, liegt das Guthaben unter Umständen länger ungenutzt, als nötig wäre. Fällt sie später, kann eine Zwischenfinanzierung nötig werden, die später durch den zugeteilten Bausparvertrag abgelöst wird. Mehr dazu, wie sich ein zugeteilter oder noch laufender Bausparvertrag konkret in eine Baufinanzierung einbringen lässt, findest du in unserem Beitrag zum Bausparvertrag als Eigenkapital.
Zuteilungstermin selbst grob einschätzen
Auch wenn sich der genaue Zuteilungstermin nicht exakt vorhersagen lässt, geben dir die meisten Bausparkassen zumindest eine grobe Orientierung. In der jährlichen Vertragsübersicht oder im Online-Kundenportal findest du in der Regel eine Hochrechnung, bis wann dein Vertrag voraussichtlich zuteilungsreif sein wird – basierend auf deiner bisherigen Sparleistung und der Annahme, dass du in gleicher Höhe weiter einzahlst. Diese Hochrechnung ist keine feste Zusage, aber ein hilfreicher Anhaltspunkt für deine eigene Finanzierungsplanung.
Willst du genauer planen, lohnt sich außerdem ein direktes Gespräch mit deiner Bausparkasse. Dort lässt sich anhand deiner aktuellen Bewertungszahl und der durchschnittlichen Zuteilungsdauer vergleichbarer Verträge meist eine realistischere Einschätzung abgeben als über pauschale Online-Rechner, die die individuellen Besonderheiten deines Tarifs nicht berücksichtigen.
Typische Missverständnisse rund um die Zuteilung
- „Nach Ablauf der Mindestsparzeit ist mein Vertrag automatisch zugeteilt“ – tatsächlich müssen zusätzlich Mindestsparguthaben und Bewertungszahl passen.
- „Eine hohe Bausparsumme bedeutet automatisch eine schnellere Zuteilung“ – das Gegenteil ist meist der Fall, da das Mindestsparguthaben dann absolut höher liegt.
- „Ich muss das Bauspardarlehen nach der Zuteilung zwingend abnehmen“ – tatsächlich kannst du oft auch nur über das Guthaben verfügen.
- „Die Zuteilung erfolgt exakt nach Kalenderdatum“ – tatsächlich richtet sie sich nach der individuellen Bewertungszahl im Vergleich zu allen anderen zuteilungsreifen Verträgen.
Deinen voraussichtlichen Zeitpunkt für das Mindestguthaben und die spätere Darlehensrate kannst du mit dem Bausparrechner überschlagen. Alle Grundlagen findest du im Bauspar-Ratgeber.
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Häufige Fragen
Wie lange dauert es bis zur Zuteilung eines Bausparvertrags?
Das lässt sich pauschal nicht sagen, da es von deiner Sparleistung, der vereinbarten Bausparsumme, dem gewählten Tarif und der Bewertungszahl abhängt. Je höher und regelmäßiger du einzahlst, desto eher erreichst du die Zuteilungsreife.
Kann ich meine Bewertungszahl selbst einsehen?
Ja, die meisten Bausparkassen zeigen die aktuelle Bewertungszahl im Online-Kundenportal oder in der jährlichen Vertragsübersicht an.
Muss ich das Bauspardarlehen nach der Zuteilung annehmen?
Nein. Du kannst nach der Zuteilung auch nur über das angesparte Guthaben verfügen und auf das Bauspardarlehen verzichten, wenn du es nicht benötigst.
Was passiert, wenn ich eine Zuteilung ablehne?
Bei den meisten Bausparkassen kannst du eine Zuteilung ablehnen oder aufschieben, ohne den Vertrag zu verlieren. Er bespart sich weiter und wird zu einem späteren Zeitpunkt erneut zur Zuteilung vorgeschlagen.
Kann eine niedrigere Bausparsumme die Zuteilung beschleunigen?
Ja, das ist bei vielen Bausparkassen möglich. Dadurch steigt der prozentuale Anteil deines vorhandenen Guthabens an der Bausparsumme, was die Zuteilung beschleunigen kann – allerdings sinkt dadurch auch das mögliche Bauspardarlehen.
Verfällt mein Guthaben, wenn ich lange nicht zugeteilt werde?
Nein, dein Guthaben bleibt erhalten und wird weiter verzinst. Es geht lediglich Zeit verloren, bis du Zugriff auf das zusätzliche Bauspardarlehen erhältst.
Über diese Inhalte
Erstellt und geprüft von der Redaktion dein-hauskredit.de nach unseren redaktionellen Auswahlkriterien. Stand: 14. September 2026.
Quellen:
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