Die Grunderwerbsteuer ist einer der größten Kaufnebenkosten-Posten beim Immobilienkauf – je nach Bundesland bis zu 6,5 % des Kaufpreises. Legale Gestaltungsmöglichkeiten können tausende Euro sparen.
Zuletzt aktualisiert: Juli 2026
Grunderwerbsteuer nach Bundesland 2026
| Bundesland | Steuersatz | Steuer bei 300.000 € Kaufpreis |
|---|---|---|
| Bayern | 3,5 % | 10.500 € |
| Sachsen | 3,5 % | 10.500 € |
| Niedersachsen ★ | 5,0 % | 15.000 € |
| Hamburg | 5,5 % | 16.500 € |
| Hessen | 6,0 % | 18.000 € |
| Brandenburg, NRW, SH, Thüringen | 6,5 % | 19.500 € |
★ Für Ostfriesland (Niedersachsen) gilt 5,0 % Grunderwerbsteuer.
Wann entsteht die Grunderwerbsteuer?
Die Grunderwerbsteuer entsteht mit dem notariellen Kaufvertrag – nicht erst mit der Grundbuchumschreibung. Das Finanzamt erhält eine Mitteilung vom Notar und stellt innerhalb von 4–8 Wochen den Steuerbescheid aus. Die Zahlungsfrist beträgt in der Regel 4 Wochen nach Bescheiddatum. Erst nach Zahlung stellt das Finanzamt die Unbedenklichkeitsbescheinigung aus – ohne die keine Grundbuchumschreibung möglich ist.
5 legale Wege, Grunderwerbsteuer zu reduzieren
1. Inventar separat im Vertrag ausweisen
Bewegliche Gegenstände, die beim Kauf mitübergeben werden (Küche, Gartenmöbel, Sauna, Markise, Rollläden), unterliegen nicht der Grunderwerbsteuer. Werden sie separat im Kaufvertrag ausgewiesen und realistisch bewertet, mindert das die Bemessungsgrundlage. Bei 15.000 € Inventar spart man in Niedersachsen 750 €. Das Finanzamt prüft Inventarangaben – zu hohe Werte können als Steuergestaltung gewertet werden. 10–15 % des Kaufpreises gelten erfahrungsgemäß als unproblematisch.
2. Kauf unter Verwandten ersten Grades
Käufe zwischen geraden Linien (Eltern–Kinder, Großeltern–Enkel) sind von der Grunderwerbsteuer befreit (§ 3 Nr. 6 GrEStG). Auch Schenkungen mit anschließender Auflassung können steuerfrei sein. Diese Option ist besonders relevant für Hauskäufe in der Familie – wenn Eltern das Haus “verkaufen” und Kinder kaufen, entfällt die GrESt vollständig.
3. Kauf vom oder an den Ehepartner
Übertragungen zwischen Eheleuten oder eingetragenen Lebenspartnern sind grunderwerbsteuerfrei (§ 3 Nr. 4 GrEStG) – auch wenn ein Kaufpreis bezahlt wird. Diese Regelung gilt auch nach Scheidung bei Übertragungen im Rahmen der Vermögensauseinandersetzung.
4. Erwerb über eine GmbH (Share Deal)
Ab einer Beteiligung von 90 % an einer grundstückshaltenden GmbH fällt beim Anteilserwerb keine Grunderwerbsteuer an. Das ist für Privatpersonen beim Erstkauf selten relevant, aber wichtig für Investoren beim Aufbau eines Immobilienportfolios. Ab Kaufpreisen von ca. 1 Mio. € kann sich die GmbH-Gründung trotz Kosten rechnen.
5. Kaufpreis-Aufteilung Grundstück / Gebäude
Der Kaufpreis kann im Vertrag auf Grundstück und Gebäude aufgeteilt werden. Die Grunderwerbsteuer fällt auf den Gesamtkaufpreis an – eine Aufteilung ändert daran nichts. Aber: Für Käufer als Vermieter ist die Aufteilung steuerlich wichtig, da nur der Gebäudeanteil abgeschrieben werden kann. Eine faire und vom Finanzamt akzeptierte Aufteilung sollte dokumentiert werden.
Mögliche Reform: Freibeträge für Erstimeobilienkäufer
Seit Jahren diskutiert die Politik Freibeträge bei der Grunderwerbsteuer für Erstkäufer. Einige Bundesländer haben bereits Modelle vorgestellt. Bayern und Sachsen haben mit 3,5 % ohnehin die niedrigsten Sätze. In Niedersachsen gibt es 2026 noch keinen offiziellen Freibetrag – es lohnt, aktuelle Gesetzgebung zu verfolgen.
Anfrage stellen – ein Experte aus dem Netzwerk zeigt, wie sich Grunderwerbsteuer und alle Nebenkosten in die Finanzierung einbauen lassen.
Jetzt kostenlos anfragenGrunderwerbsteuer in allen Bundesländern 2026
| Bundesland | GrESt-Satz | Bei 300.000 € Kaufpreis |
|---|---|---|
| Brandenburg, Saarland, Schleswig-Holstein, Thüringen | 6,5 % | 19.500 € |
| Niedersachsen (dein-hauskredit.de) | 5,0 % | 15.000 € |
| Baden-Württemberg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, NRW | 5,0 % | 15.000 € |
| Rheinland-Pfalz, Hessen, Hamburg | 5,0 / 6,0 % | 15.000 / 18.000 € |
| Bayern, Sachsen | 3,5 % | 10.500 € |
Möbel und bewegliche Gegenstände herausrechnen
Die effektivste legale Methode: Wenn Möbel, Einbauküche, Gartenhaus, Werkzeug oder andere bewegliche Gegenstände vom Verkäufer übernommen werden, können diese aus der Bemessungsgrundlage herausgerechnet werden. Voraussetzungen: Separate Benennung im Kaufvertrag, Zeitwert (nicht Neupreis) angeben, und der Betrag muss realistisch (nicht übertrieben) sein. Finanzämter akzeptieren bis ca. 10–15 % des Kaufpreises für mitgekaufte Gegenstände ohne größere Prüfung. Übertriebene Beträge werden beanstandet. Bei 280.000 € Kaufpreis und 15.000 € ausgewiesenen Gegenständen: GrESt auf 265.000 € statt 280.000 € → 750 € Ersparnis (Niedersachsen 5 %).
Freibetrag: Kauf innerhalb der Familie
Verkäufe unter Verwandten ersten Grades (Eltern, Kinder, Großeltern, Enkel) und unter Ehegatten sind vollständig von der Grunderwerbsteuer befreit (§ 3 GrEStG). Das bedeutet: Wenn Eltern das Haus an das Kind verkaufen (auch unter Wert), fällt keine GrESt an. Aber: Eine Schenkung (Preis 0 €) löst stattdessen Schenkungsteuer aus, wenn Freibeträge überschritten werden.
Zeitpunkt der Zahlung und Konsequenzen bei Verspätung
Die Grunderwerbsteuer muss innerhalb von 4 Wochen nach Bekanntgabe des Steuerbescheids (typischerweise 4–8 Wochen nach Beurkundung) gezahlt werden. Das Finanzamt stellt die Unbedenklichkeitsbescheinigung nur nach vollständiger Zahlung aus – ohne diese kann der Notar die Eigentumsumschreibung nicht veranlassen, und der Käufer wird nicht rechtmäßiger Eigentümer. Bei Liquiditätsengpässen unbedingt das Finanzamt kontaktieren – Ratenzahlung ist in begründeten Fällen möglich.
Grunderwerbsteuer und Maklerprovision: Kann der Makler helfen?
In manchen Bundesländern haben kreative Gestaltungsmodelle versucht, die Grunderwerbsteuer durch Aufteilung des Kaufpreises in Kaufpreis und Maklercourtage zu reduzieren. Der Bundesfinanzhof hat dem jedoch klare Grenzen gesetzt: Nur wenn der Makler tatsächlich als Vermittler tätig ist und die Courtage nicht in einem wirtschaftlichen Zusammenhang mit dem Kaufpreis steht, kann sie herausgerechnet werden. Modelle, bei denen Makler und Verkäufer kooperieren, um die Steuerbasis zu senken, werden vom Finanzamt als Gestaltungsmissbrauch gewertet. Das Risiko ist hoch – im Zweifel lieber regulär kaufen und legal sparen.
Der effektivste und sichere Weg der Grunderwerbsteuer-Ersparnis bleibt die korrekte und vollständige Ausweisung aller beweglichen Gegenstände im Kaufvertrag sowie – sofern zutreffend – der Kauf innerhalb der Familie. Alles andere sollte mit einem Steuerberater abgestimmt werden, bevor man es im Kaufvertrag umsetzt. Ein Experte aus dem Netzwerk kann auf die steuerlichen Aspekte der Finanzierungsstruktur eingehen und mit einem Steuerberater zusammenarbeiten.
Grunderwerbsteuer in der Steuererklärung: Was absetzbar ist
Die Grunderwerbsteuer selbst ist bei selbstgenutzten Immobilien nicht steuerlich absetzbar. Einzige Ausnahme: Wenn du die Immobilie vermietest, kannst du die GrESt als Teil der Anschaffungsnebenkosten in die Bemessungsgrundlage für die AfA (Abschreibung) einbeziehen. Das bedeutet: Die GrESt erhöht den abschreibbaren Gebäudewert, reduziert aber nicht direkt die Steuerlast im Jahr der Zahlung, sondern verteilt die Steuerminderung über 50 Jahre Abschreibung.
Praxis-Tipp: Kaufnebenkosten (GrESt, Notar, Grundbuch, Makler) werden bei Kapitalanlagen komplett in die Anschaffungskosten einbezogen und erhöhen den abschreibbaren Gebäudewert. Bei einem Kaufpreis von 250.000 € plus 25.000 € Nebenkosten ist die AfA-Basis 275.000 € (davon Grundstücksanteil abgezogen). Das ergibt ca. 200 € mehr AfA pro Jahr und über 30 Jahre ca. 6.000 € mehr Steuerabzug – kein riesiger Betrag, aber trotzdem optimierungswürdig.
Grunderwerbsteuer ist keine optionale Ausgabe – aber mit der richtigen Vorbereitung lässt sich innerhalb legaler Grenzen sparen. Jeder gesparte Euro bei der GrESt ist ein Euro mehr für das Eigenkapital oder die Tilgung. Ein Experte aus dem Netzwerk kennt alle legalen Gestaltungsmöglichkeiten und arbeitet mit Steuerberatern zusammen, die Immobilienkaufverträge optimal strukturieren. Die Beratung ist kostenlos – fange heute damit an.
Niedersachsen erhebt 5 % Grunderwerbsteuer – im bundesweiten Vergleich ein mittlerer Wert. Wer beim Kauf alle legalen Sparmöglichkeiten nutzt und die Kaufnebenkosten insgesamt minimiert, hat mehr Spielraum für Eigenkapital und Tilgung. Ein Experte aus dem Netzwerk optimiert deine Finanzierungsstruktur von Anfang an – kostenlos und unverbindlich.
Häufige Fragen
Das Finanzamt stellt nach Beurkundung einen Bescheid aus – Zahlungsfrist in der Regel 4 Wochen. Erst nach Zahlung stellt das Finanzamt die Unbedenklichkeitsbescheinigung aus, die für die Grundbuchumschreibung gebraucht wird.
Einige Banken finanzieren Kaufnebenkosten bis zu einem bestimmten Beleihungsauslauf. In der Regel sollten Nebenkosten aus Eigenkapital bezahlt werden – das verbessert die Kreditkonditionen erheblich.
Ja – aber nur auf den Grundstückskaufpreis. Die Baukosten selbst unterliegen nicht der Grunderwerbsteuer. Das ist ein Vorteil des Bauens: Bei einem Grundstückspreis von 80.000 € fallen in Niedersachsen nur 4.000 € Grunderwerbsteuer an (statt z.B. 15.000 € beim Kauf eines Hauses für 300.000 €).
Bei selbst genutzten Eigenheimen: Nein. Bei vermieteten Immobilien: Ja – als Teil der Anschaffungskosten, die über die Abschreibung (AfA) geltend gemacht werden können (nicht als Sofortabzug).
- Nebenkosten beim Hauskauf 2026
- Notartermin beim Hauskauf – Ablauf & Checkliste
- Länderprogramme Baufinanzierung 2026
- Immobilienkauf als Paar – Was Unverheiratete beachten
Offizielle Quellen: Verbraucherzentrale – Bauen & Wohnen | Bundesnotarkammer – Notarkosten
📅 Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2026
Beate Schäfer begleitet Familien und Erstkäufer auf dem Weg ins Eigenheim. Ihr Fokus liegt auf verständlichen Tipps rund um Hauskauf, Wohntrends und die persönliche Finanzplanung.
