Ein Bausparvertrag ist kein schnelles Finanzierungsinstrument – er ist ein langfristiges Werkzeug zur Zinssicherung und zum strukturierten Sparen. Wer ihn richtig einsetzt, sichert sich heute einen festen Darlehenszins für die Zukunft. Wer ihn falsch einsetzt, zahlt Gebühren für einen Vertrag, der ihm nicht hilft.
Zuletzt aktualisiert: Juli 2026
- Bausparvertrag verständlich erklärt
- Wann er sich lohnt – und wann nicht
- Kombination mit Baufinanzierung und KfW
- Kostenloser Check durch einen Experten aus dem Netzwerk
Wie funktioniert ein Bausparvertrag?
Ein Bausparvertrag besteht aus zwei Phasen:
Phase 1: Ansparphase
Man zahlt monatlich in den Vertrag ein, bis eine bestimmte Mindestsparsumme (meist 40–50 % der Bausparsumme) erreicht ist. Das Guthaben wird mit einem festen, meist niedrigen Zinssatz verzinst (0,1–1 %). Die Ansparphase dauert typischerweise 7–12 Jahre.
Phase 2: Darlehensphase
Ist der Vertrag zuteilungsreif, erhält man das angesparte Guthaben plus ein Bauspardarlehen in Höhe der Differenz zur Bausparsumme – zu einem heute bereits festgelegten, fixen Zinssatz (typisch 1–3 %). Dieser Zins gilt unabhängig vom künftigen Marktniveau.
Die zwei Phasen des Bausparvertrags
Wann lohnt sich ein Bausparvertrag?
- Als Anschlussfinanzierung: heute günstigen Zins für in 10 Jahren sichern
- Wenn Kauf in 8–15 Jahren geplant ist
- Zur Kombination mit KfW-Darlehen
- Als Sparinstrument mit Wohnungsbauprämie
- Bei vermögenswirksamen Leistungen (VL) vom Arbeitgeber
- Wenn Kauf in weniger als 5 Jahren geplant ist (Vertrag kaum zuteilungsreif)
- Als einziges Finanzierungsinstrument für große Kaufsummen
- Wenn Flexibilität wichtiger ist als Zinssicherheit
- Bei hohen Abschlussgebühren ohne passende Nutzung
Bausparvertrag + Baufinanzierung kombinieren
Heute wird der Bausparvertrag selten als alleiniges Finanzierungsinstrument eingesetzt – sondern als Ergänzung zur Bankfinanzierung:
Bankkredit überbrückt die Zeit bis zur Zuteilung. Nach Zuteilung löst das Bauspardarlehen einen Teil ab – zu festem Niedrigzins.
Heute einen Bausparvertrag abschließen, der genau dann zuteilungsreif ist, wenn die erste Zinsbindung endet. So ist der Anschlusszins heute schon gesichert.
Wer noch nicht kauft, spart strukturiert an – und hat bei Kauf mehr Eigenkapital, was die Bankkonditionen verbessert.
Förderungen, die mit dem Bausparvertrag kombinierbar sind
| Förderung | Voraussetzung | Betrag |
|---|---|---|
| Wohnungsbauprämie | Einkommensgrenze: 35.000 € (ledig), 70.000 € (verheiratet) | 8,8 % der Einzahlungen, max. 70 € / 140 € p.a. |
| Arbeitnehmer-Sparzulage | VL vom Arbeitgeber, Einkommensgrenze beachten | 9 % auf VL-Einzahlungen, max. 43 € p.a. |
| Riester-Förderung | Riester-Bausparvertrag (Wohn-Riester) | 175 € Grundzulage + Kinderzulagen |
Details: Wohnungsbauprämie & Arbeitnehmer-Sparzulage | Wohn-Riester
Häufige Fragen zum Bausparvertrag
Wenn die Mindestsparsumme (meist 40–50 % der Bausparsumme) erreicht ist und eine Mindestvertragslaufzeit (meist 18 Monate) erfüllt wurde. Der genaue Zeitpunkt hängt von der Zuteilungsmasse der Bausparkasse ab.
Ja, nach einer Sperrfrist von in der Regel 18 Monaten. Das angesparte Guthaben wird ausgezahlt, der Darlehenszins-Vorteil entfällt aber. Förderungen können zurückgefordert werden, wenn die Wohnbauförderung zweckentfremdet wird.
Als Daumenregel: Die Bausparsumme sollte dem geplanten Darlehensbedarf entsprechen, den man damit absichern möchte. Für eine Anschlussfinanzierung von 80.000 € wäre ein Bausparvertrag über 80.000 € sinnvoll.
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Jetzt kostenlos anfragenBausparvertrag 2026: Wann er sich lohnt und wann nicht
Der Bausparvertrag ist ein deutsches Finanzierungsinstrument mit langer Tradition. Er kombiniert Anspar- und Darlehensphase und bietet Zinssicherheit für die Zukunft. Im aktuellen Umfeld (Bauzinsen 3,6–4,3 %) sind neue Bausparverträge mit Darlehenszinsen von 1,5–3,5 % sehr attraktiv – die Konditionen werden heute beim Abschluss für die Zukunft festgelegt.
Wann lohnt sich ein Bausparvertrag? Wenn du in 7–12 Jahren kaufen möchtest und jetzt günstige Darlehenszinsen festschreiben willst. Wenn du systematisch auf ein Eigenheim sparst und staatliche Förderung (Wohnungsbauprämie, Arbeitnehmer-Sparzulage) nutzen möchtest. Wenn du einen niedrigen Tilgungszins für die Zukunft sichern willst, weil die Zinsen möglicherweise weiter steigen.
Ansparphase, Zuteilung und Darlehensphase erklärt
Ansparphase: Du zahlst monatlich Beiträge ein (typisch: 3–5 Promille der Bausparsumme pro Monat). Beispiel: Bausparsumme 100.000 €, Beitrag 300 €/Monat. Der Guthabenzins ist gering (0,5–1 % p.a.), aber das Ziel ist die Zuteilung, nicht der Zinsertrag.
Zuteilung: Wenn du ca. 40–50 % der Bausparsumme angespart hast UND die Mindestlaufzeit (meist 7 Jahre) abgelaufen ist und ein Mindest-Bewertungszahl erreicht wurde, wirst du zugeteilt. Die Bewertungszahl berechnet sich aus Guthaben und Ansparregelmäßigkeit.
Darlehensphase: Nach Zuteilung steht dir der Rest der Bausparsumme als Darlehen zur Verfügung – zum vorher vereinbarten Darlehenszins. Tilgung: monatliche Rate aus Zins + fester Tilgung, typisch bis zur vollständigen Rückzahlung in 10–15 Jahren.
Staatliche Förderung des Bausparens
Wohnungsbauprämie: 10 % auf Einzahlungen bis 700 € (Single) / 1.400 € (Verheiratete) pro Jahr = max. 70 € / 140 € staatliche Prämie. Einkommensgrenze: 35.000 € zu versteuerndes Einkommen (Single) / 70.000 € (Verheiratete). Voraussetzung: Verwendung für Wohnzwecke.
Arbeitnehmer-Sparzulage (ASpZ): Wenn der Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen (VL) auf einen Bausparvertrag zahlt, gibt es vom Staat bis zu 43 € / Jahr zusätzlich (bei max. 470 € VL-Einzahlung und Einkommensgrenze 17.900 € Single / 35.800 € Verheiratete).
Praxis-Tipp: Wer unter den Einkommensgrenzen liegt, sollte Bausparvertrag + VL-Einzahlung nutzen – das gibt bis zu 183 € / Jahr staatliche Zulagen. Über 20 Jahre = 3.660 € Zulagen, plus Zinseszins. Ein kleiner, aber realer Beitrag zum Eigenkapital-Aufbau.
Bausparvertrag als Sicherheitsnetz: Die Zinsgarantie nutzen
Ein Bausparvertrag, der heute abgeschlossen wird, sichert dir den Darlehenszins für die Zukunft. Aktuell bieten einige Bausparkassen Darlehenszinsen von 1,5–2,5 % – weit unter den aktuellen Marktkonditionen von 3,6–4,3 %. Wenn du in 8–10 Jahren finanzieren möchtest und die Zinsen dann noch höher sind, hast du eine sehr wertvolle Zinssicherung. Wenn die Zinsen dann gefallen sein sollten, nimmst du einfach einen günstigeren Bankkredit statt dem Bausparvertrag – du musst das Bauspardarlehen nicht abrufen. Die Zinsgarantie ist also eine Option, keine Pflicht.
Bausparvertrag und Steuern: Was absetzbar ist
Die Einzahlungen in einen Bausparvertrag sind nicht als Sonderausgaben absetzbar. Jedoch: Wenn du das Bauspardarlehen für eine selbst genutzte Immobilie verwendest, profitierst du von Wohn-Riester (falls der Bausparvertrag Riester-zertifiziert ist). Dann sind die jährlichen Beiträge bis zu 2.100 € als Sonderausgaben absetzbar – ein erheblicher Steuervorteil. Beim Kauf einer Kapitalanlage-Immobilie: Die Bausparzinsen sind Werbungskosten, die abgesetzt werden können. Bauspar-Guthabenzinsen sind steuerpflichtig (25 % KESt + Soli), aber gering.
Bausparvertrag für Kinder: Frühzeitig starten
Ein Bausparvertrag kann bereits für Neugeborene abgeschlossen werden. Das klingt ungewöhnlich, hat aber einen klaren Vorteil: Die Ansparphase beginnt früh, und wenn das Kind mit 18–25 Jahren kaufen möchte, ist der Vertrag bereits zuteilungsreif. Zudem werden staatliche Förderungen (Wohnungsbauprämie, ggf. Riester-Kinderzulage) über die gesamte Ansparzeit akkumuliert. Eltern können VL-Beträge des Kindes (wenn das Kind später arbeitet) auf den Vertrag einzahlen. Über 18 Jahre Ansparzeit bei 50 €/Monat: ca. 10.800 € eingezahlt + Zinsen + staatliche Prämien = solider Grundstein für den ersten Immobilienkauf.
Bausparkasse vs. Bank: Wo sind die Konditionen besser?
Eine häufige Frage: Warum nicht direkt mit der Bank finanzieren statt über Bausparen? Der Unterschied liegt in der Planbarkeit und Zinssicherung: Bankkredite sind flexibler, aber der Zins wird erst bei Abschluss fixiert. Bausparverträge fixieren den Darlehenszins bereits beim Vertragsabschluss – Jahre vor der Nutzung. Im aktuellen Umfeld (Zinsen hoch, Tendenz unklar) ist diese Zinssicherung wertvoll. Für kurzfristigen Bedarf (Kauf in 1–2 Jahren): direkter Bankkredit besser. Für mittelfristigen Bedarf (Kauf in 5–10 Jahren): Bausparvertrag als Absicherung sinnvoll. Kombination: Sofortiger Bankkredit + laufender Bausparvertrag für spätere Anschlussfinanzierung.
Tipp für Ostfriesland: Wer in der Region ein Haus kaufen und später (in 5–10 Jahren) energetisch sanieren möchte, sollte jetzt einen Bausparvertrag für die Sanierungsfinanzierung abschließen. So sichert man sich heute den Darlehenszins für die Sanierung in der Zukunft. Mit einem Bauspardarlehen zu 2,0 % statt dann vielleicht 4,5 % Marktzins spart man bei 40.000 € Sanierungskredit ca. 8.000 € Zinsen. Ein Experte aus dem Netzwerk strukturiert das als Teil der Gesamtfinanzierung.
Bausparverträge sind kein Relikt der Vergangenheit – sie sind ein zeitloses Instrument zur Zinssicherung und Eigenkapitalbildung. Wer heute 25–35 Jahre alt ist und in 5–15 Jahren kaufen möchte, sollte einen Bausparvertrag als Teil der Finanzierungsstrategie ernsthaft prüfen. Die staatliche Förderung macht ihn attraktiver als seine Konkurrenten aus dem Sparplan-Universum. Ein Experte aus dem Netzwerk zeigt, ob und wie Bausparen in dein Finanzierungskonzept passt.
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Offizielle Quellen: Verbraucherzentrale – Bauen & Wohnen | Bundesregierung – Wohnen & Förderung
