Wenn die Zinsbindung ausläuft, verliert die aktuelle Bank ihren Konditionsvorteil. Das ist der Moment, in dem ein Wechsel am meisten bringt – oder bei dem ein falscher Schritt am teuersten ist. Wer mindestens 12 Monate vorher vergleicht, hat die besten Karten.
Zuletzt aktualisiert: Juli 2026
- Prolongation vs. Umschuldung – was ist besser?
- Forward-Darlehen: heutigen Zins für die Zukunft sichern
- Wie früh sollte man aktiv werden?
- Kostenloser Vergleich durch einen Experten aus dem Netzwerk
Die drei Optionen wenn die Zinsbindung endet
1. Prolongation
Verlängerung beim gleichen Institut. Einfachste Option – aber oft nicht die günstigste. Die Bank schickt ein Angebot, das man akzeptieren oder ablehnen kann. Ohne Vergleich verschenkt man Geld.
2. Umschuldung
Wechsel zu einer anderen Bank. Aufwand: Grundschuldabtretung, neue Bonitätsprüfung. Kosten: ca. 200–500 €. Ersparnis durch besseren Zins: oft mehrere tausend Euro. Fast immer lohnt sich der Vergleich.
3. Sondertilgung / Volltilgung
Wenn genug Kapital vorhanden ist, kann die Restschuld beim Auslaufen vollständig getilgt werden. Kein Zinsänderungsrisiko mehr – aber das Kapital ist dann gebunden.
Wann aktiv werden? Der Zeitplan
| Zeitpunkt vor Ablauf | Was tun? |
|---|---|
| 36–60 Monate | Forward-Darlehen prüfen – heutigen Zins für die Zukunft sichern, wenn Zinsen voraussichtlich steigen |
| 12–24 Monate | Markt beobachten, erste Vergleichsangebote einholen, Prolongationsangebot der aktuellen Bank abwarten |
| 6–12 Monate | Jetzt aktiv vergleichen und entscheiden – bestes Zeitfenster für Umschuldung oder Prolongation |
| unter 3 Monate | Zeitdruck – möglichst schnell Vergleich einholen, Prolongation als Notfalloption |
Das Forward-Darlehen – Zinsen jetzt sichern für später
Ein Forward-Darlehen erlaubt es, den heutigen Zinssatz für eine Anschlussfinanzierung zu sichern, die erst in 12–60 Monaten benötigt wird. Für die Vorlaufzeit wird ein kleiner Aufschlag fällig.
- Restschuld in 24 Monaten: 200.000 €
- Aktueller Zins (10 Jahre): 3,3 %
- Forward-Aufschlag für 24 Monate: ca. 0,3–0,5 %
- Gesicherter Forward-Zins: ca. 3,6–3,8 %
- Wenn die Zinsen bis dahin auf 4,5 % steigen: Ersparnis über 10 Jahre = ca. 14.000 €
Ein Forward-Darlehen lohnt sich, wenn man steigende Zinsen erwartet – oder wenn man einfach Planungssicherheit will.
Was kostet eine Umschuldung?
Die Grundschuldabtretung von der alten auf die neue Bank kostet 200–500 € (Notar + Grundbuchamt). Manchmal fällt auch eine Bearbeitungsgebühr an. Diese Kosten amortisieren sich in der Regel nach wenigen Monaten, wenn der neue Zins um 0,3 % oder mehr günstiger ist. Bei einem 200.000-€-Darlehen spart 0,5 % weniger Zins rund 1.000 € pro Jahr.
Häufige Fragen zur Anschlussfinanzierung
Nein. Nach Ablauf der Zinsbindung kann man frei zu einer anderen Bank wechseln. Die einzige Voraussetzung ist die Grundschuldabtretung, die die neue Bank in der Regel problemlos übernimmt.
Das hängt von der Restschuld und dem Zinsunterschied ab. Bei 200.000 € Restschuld und 0,5 % niedrigerem Zins spart man über 10 Jahre rund 10.000 €. Ein Vergleich kostet nichts.
Das Angebot der aktuellen Bank zur Verlängerung des Darlehens. Es kommt oft 3–6 Monate vor Ablauf und enthält meist nicht die besten Konditionen – weil die Bank auf die Trägheit des Kunden setzt. Immer gegengechecken.
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Jetzt kostenlos anfragenAnschlussfinanzierung: Timing ist entscheidend
Wer zu spät mit der Anschlussfinanzierung beginnt, hat schlechte Karten. Die Bank des bestehenden Kredits weiß, dass du kurzfristig keine Alternative hast, und macht entsprechend schlechtere Angebote. Die goldene Regel: Spätestens 12–18 Monate vor Ablauf der Zinsbindung mit der Planung beginnen.
Ablauf der optimalen Anschlussfinanzierung:
- 12–18 Monate vor Ende der Zinsbindung: Vergleich beginnen. Forward-Darlehen prüfen, um heutige Konditionen für spätere Inanspruchnahme zu sichern.
- 6 Monate vor Ende: Angebote konkretisieren. Laufende Bank kontaktieren und Prolongationsangebot anfordern.
- 3 Monate vor Ende: Entscheidung treffen und neuen Vertrag unterzeichnen.
- Bei Wechsel der Bank: Grundschuld abtretbar machen (günstiger als neu bestellen).
Prolongation vs. Umschuldung: Was ist besser?
Bei Prolongation verlängerst du den Kredit bei deiner bestehenden Bank. Der Vorteil: kein Aufwand, keine neuen Unterlagen, kein Wechsel der Grundschuld. Der Nachteil: Die Hausbank bietet in der Regel nicht die besten Konditionen am Markt, weil sie weiß, dass du als Bestandskunde oft nicht wechselst. Studien zeigen: Kreditnehmer, die bei Anschlussfinanzierung wechseln, zahlen im Durchschnitt 0,2–0,4 % weniger Zinsen als jene, die prolongieren. Bei 200.000 € Restschuld und 10 Jahren Laufzeit sind das 4.000–8.000 € Ersparnis.
Was Banken bei der Anschlussfinanzierung prüfen
Auch bei der Anschlussfinanzierung findet eine erneute Bonitätsprüfung statt. Banken schauen auf: Aktuelles Einkommen (hat es sich seit der Erstfinanzierung verändert?), Restschuld und Beleihungsauslauf (durch Tilgung und evtl. Wertsteigerung besser als beim Erstkauf), SCHUFA-Bonität, und Beschäftigungsstatus. Wer zwischenzeitlich selbstständig geworden ist oder sein Einkommen reduziert hat, kann bei der Anschlussfinanzierung auf Schwierigkeiten stoßen.
Sonderkündigungsrecht für Altverträge
Wer einen Altvertrag (abgeschlossen vor 2016) hat und dieser seit über 10 Jahren läuft: Das Sonderkündigungsrecht nach § 489 BGB erlaubt die Kündigung mit 6 Monaten Frist ohne Vorfälligkeitsentschädigung – unabhängig von der vereinbarten Zinsbindungsdauer. Wer seinen Kredit mit 3 % Zins aus 2013 noch laufen hat, kann diesen jetzt kündigen und zu aktuellen Marktkonditionen umschulden. Das lohnt sich aber nur, wenn die Restschuld hoch und die Laufzeit noch lang genug ist. Ein Experte aus dem Netzwerk prüft das kostenlos.
Wie viel spart der Bankwechsel bei der Anschlussfinanzierung?
Der Wechsel der Bank bei der Anschlussfinanzierung ist einfacher als viele denken. Die Grundschuld wird abgetreten (nicht gelöscht und neu bestellt), was ca. 100–200 € kostet. Für diesen minimalen Aufwand können Kreditnehmer 0,2–0,4 % bessere Zinsen erhalten. Bei 200.000 € Restschuld und 10 Jahren Laufzeit spart 0,3 % besserer Zins ca. 5.600 € Zinsen. Der administrative Aufwand (neue Unterlagen einreichen, Unterschrift) rechtfertigt den Wechsel fast immer. Ein Experte aus dem Netzwerk koordiniert den Bankwechsel reibungslos.
Umschuldung bei Sonderkündigungsrecht: Die versteckte Chance
Wer seinen Kredit vor mehr als 10 Jahren abgeschlossen hat (egal ob 15 oder 20 Jahre Zinsbindung vereinbart), hat nach § 489 BGB das Recht zur Kündigung mit 6 Monaten Frist – ohne Vorfälligkeitsentschädigung. Das ist einer der wenigen gesetzlichen Verbraucherschutzrechte in der Baufinanzierung. Konkret: Ein Darlehen mit 3,5 % aus dem Jahr 2013 kann heute gekündigt werden. Mit dem Restbetrag kann eine neue Finanzierung zu aktuellen Konditionen abgeschlossen werden. Ob das sinnvoll ist, hängt davon ab wie hoch der aktuelle Zins im Vergleich zum Altvertrag ist und wie hoch die Restschuld noch ist.
Checkliste: Das braucht die neue Bank für die Anschlussfinanzierung
Wenn du zur Anschlussfinanzierung die Bank wechselst, braucht die neue Bank folgende Unterlagen: Aktueller Grundbuchauszug (max. 3 Monate alt), Nachweise über das aktuelle Einkommen (letzte 3 Gehaltsabrechnungen), Steuerbescheid des letzten Jahres, Restschuldbestätigung der alten Bank, Gebäudewertgutachten (oder vereinfachte Wertermittlung der neuen Bank), ggf. Wohngebäudeversicherungsnachweis. Die neue Bank veranlasst selbst eine neue Schufa-Auskunft. Dieser Prozess dauert 2–4 Wochen – plane ihn 3–6 Monate vor Ende der Zinsbindung.
Prolongation vs. Wechsel: Was kostet weniger?
Prolongation (beim bestehenden Anbieter bleiben): Bequem, kein Papierkram, aber oft schlechtere Konditionen. Die Hausbank weiß, dass viele Kunden aus Bequemlichkeit verlängern – das nutzt sie aus. Bankwechsel: Mehr Aufwand (ca. 2–4 Std. Unterlagen zusammenstellen), aber typisch 0,2–0,5 % besserer Zinssatz. Bei 200.000 € Restschuld und 10 Jahren bedeutet 0,3 % besserer Zins: 5.600 € weniger Zinsen. Dafür 2–4 Stunden Aufwand. Das macht pro Stunde ca. 1.400–2.800 € “Stundenlohn”. Trotzdem: Mehr als 80 % der Kreditnehmer verlängern bei der Hausbank. Das ist rational nicht erklärbar – außer durch Bequemlichkeit.
Anschlussfinanzierung nicht verschlafen: Die Zinsbindung endet oft zu einem unerwarteten Zeitpunkt. Trage das Datum in deinen Kalender ein und starte die Verhandlungen 6 Monate vorher. Wer zu spät handelt, hat wenig Verhandlungsspielraum. Ein Experte aus dem Netzwerk erinnert dich rechtzeitig und verhandelt das beste Angebot für deine Anschlussfinanzierung – egal ob du die Bank wechselst oder verlängerst.
Die Anschlussfinanzierung ist eine der wichtigsten finanziellen Entscheidungen nach dem Kauf – mit dem richtigen Timing und dem richtigen Partner spart man tausende Euro. Ein Experte aus dem Netzwerk begleitet dich kostenlos durch diesen Prozess, vergleicht 50+ Angebote und verhandelt in deinem Namen. Melde dich spätestens 6 Monate vor Ende der Zinsbindung.
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Offizielle Quellen: Verbraucherzentrale – Bauen & Wohnen | Deutsche Bundesbank – Zinsentwicklung
